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Nvidia Aktie: Überholt Apple bei Marktkapitalisierung

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia verdrängt Apple als wertvollstes Unternehmen. Milliardenausgaben von Microsoft und Amazon für KI-Infrastruktur beflügeln die Aktie, Analysten bleiben gespalten.

Nvidia überholt Apple: KI-Investitionen der Cloud-Riesen treiben Chip-Aktie
Abstrakte digitale Lichtlinien und vernetzte Knotenpunkte in Blau und Gold als Symbol für technologische Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nvidia hat Apple in der Marktkapitalisierung wieder überholt und steht damit erneut an der Spitze der wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt. Auslöser sind kräftig angehobene Investitionspläne der großen Cloud-Konzerne, allen voran Microsoft und Amazon. Im deutschen Handel schloss die Nvidia-Aktie am Freitag bei 174,36 Euro, ein Plus von 2,98 Prozent gegenüber dem Vortag.

Rekordausgaben der Hyperscaler treiben die Aktie

Den Ausschlag gab eine Ankündigung von Microsoft-Finanzchefin Amy Hood, wonach der Konzern seine Investitionen im Fiskaljahr 2027 wegen starker Nachfragesignale weiter erhöht. Nvidia gilt dabei als wichtigster Zulieferer der Branche. Amazon zog nach und hob seinen Investitionsausblick für 2026 auf 220 Milliarden Dollar an, nachdem der Cloud-Sparte AWS ein Wachstum von mehr als 37 Prozent gelungen war. Zusammen mit Alphabet und Microsoft gaben die drei größten Cloud-Anbieter im jüngsten Quartal 140,1 Milliarden Dollar aus – deutlich mehr als die 91 Milliarden Dollar, die Nvidia für sein eigenes zweites Quartal in Aussicht gestellt hatte. Nvidia-Chef Jensen Huang formulierte es zuletzt so: Das Unternehmen solle schneller wachsen als die Investitionsausgaben der Hyperscaler selbst.

Im ersten Quartal steigerte Nvidia den Umsatz um 85,2 Prozent auf 81,61 Milliarden Dollar, das Segment Rechenzentren legte um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie von 1,87 Dollar übertraf die Erwartungen von 1,76 Dollar. Anleger richten den Blick nun auf den 26. August: An diesem Tag legt Nvidia seine Zahlen für das zweite Quartal vor, im Anschluss folgt die Hauptversammlung. Im Fokus stehen dabei Produktionsfortschritte bei der Blackwell-Architektur, die nach Unternehmensangaben ausverkauft ist und einen Auftragsbestand von bis zu zwölf Monaten aufweist, sowie erste Serienfertigung der Nachfolgegeneration Vera Rubin.

Analysten erhöhen Kursziele – Skepsis bleibt

Modellrechnungen von Simply Wall St heben den fairen Wert der Aktie von 296,81 auf 302,83 Dollar an, gestützt auf ein nach oben korrigiertes Umsatzwachstumsmodell von 41,23 Prozent und eine erwartete Nettomarge von knapp 55 Prozent. Goldman Sachs, Bank of America, JPMorgan und KeyBanc zählen zu den Häusern, die ihre Kursziele nach den jüngsten "Beat and Raise"-Quartalen angehoben haben. Auf der Gegenseite mahnen Jefferies, UBS und Deutsche Bank zur Vorsicht und verweisen auf zunehmenden Wettbewerb, steigende Kosten für Speicherbausteine sowie Fragen zur Nachhaltigkeit der Margen. Die genannten Kursziele der Analysten spannen sich von Werten im mittleren 200er-Bereich bis über 400 Dollar.

Auch bei institutionellen Investoren zeigt sich ein gemischtes Bild. Die norwegische Zentralbank Norges Bank stieg im ersten Quartal neu mit einer milliardenschweren Position ein, der Vermögensverwalter Dimensional Fund Advisors stockte seinen Bestand leicht auf. Commerzbank reduzierte ihre Nvidia-Position dagegen um gut zehn Prozent. Solche Bewegungen spiegeln vor allem die Neueinschätzung von Chancen und Risiken wider, weniger eine grundsätzliche Abkehr von der Aktie.

Nervosität um Finanzierungsstruktur belastet kurzfristig

Trotz des starken Freitagshandels notiert die Aktie über die vergangenen sieben Handelstage um 4,21 Prozent im Minus. Grund dafür sind anhaltende Sorgen um die Finanzierungsstruktur milliardenschwerer Nvidia-Deals mit Partnern wie der SK Group und OpenAI, die Kritiker als "Zirkelfinanzierung" bezeichnen – Nvidia investiert in Kunden, die wiederum Nvidia-Chips kaufen. Jensen Huang hat die Vorwürfe als absurd zurückgewiesen, Marktbeobachter beobachten das Konstrukt dennoch genau. Verschärft wurde die Stimmung durch den Fall des Hedgefonds-Managers Leopold Aschenbrenner, dessen Fonds Situational Awareness im Juli rund zwei Drittel seines Vermögens einbüßte, nachdem stark gehebelte Positionen in KI-nahen Werten wie SK Hynix, Nebius und Micron eingebrochen waren. Auch CNBC-Kommentator Jim Cramer warnte zuletzt vor der hohen Verschuldung im KI-Sektor und riet Anlegern, gehebelte Positionen abzubauen.

Für die kommenden Wochen bleibt der 26. August der zentrale Termin: Erst mit den Zahlen zum zweiten Quartal und den Aussagen zur Vera-Rubin-Produktion dürfte sich zeigen, ob die aktuelle Investitionswelle der Hyperscaler tatsächlich in nachhaltiges Umsatzwachstum bei Nvidia mündet.

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