OATLY, Aktie

OATLY Aktie: Negatives Eigenkapital von 23 Millionen Dollar

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 13:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oatly übertrifft Q2-Erwartungen, erstmals positives EBITDA und hebt Umsatzprognose an. Trotz negativem Eigenkapital bleibt der Ausblick zuversichtlich.

Oatly bestätigt Ausblick: Operative Wende und angehobene Prognose 2026
Ein Glas Haferdrink auf einer modernen Küchentheke in einer minimalistischen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der schwedische Spezialist für Hafergetränke Oatly blickt am heutigen Donnerstag trotz eines schwierigen weltpolitischen Umfelds zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen geht in seinem aktuellen Ausblick weiterhin davon aus, dass sich der Kostendruck durch den Nahost-Konflikt nicht über das erwartete Maß hinaus verschärft. Insbesondere die Bereiche Logistik, Energie und Verpackung stehen dabei unter Beobachtung, da sie direkt von den Spannungen in der Region betroffen sind.

Die Bestätigung des Ausblicks erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlichen operativen Verbesserung. Die Aktie notiert heute bei 12,25 Euro, was einem Rückgang von 2,00 Prozent entspricht. In den vergangenen 30 Tagen verzeichnete der Wert jedoch einen deutlichen Zuwachs von 45,14 Prozent, getrieben durch eine positive Dynamik im zweiten Quartal.

Starkes zweites Quartal und angehobene Prognose

Bereits am 22. Juli legte Oatly Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, die die Erwartungen des Marktes übertrafen. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 240,1 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Analysten hatten im Vorfeld mit lediglich 220,1 Millionen US-Dollar gerechnet. In der Folge hob das Management die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 an. Statt der bisher erwarteten 3 bis 5 Prozent rechnet Oatly nun mit einem Plus von 8 bis 10 Prozent.

Parallel dazu gelang dem Konzern ein wichtiger Meilenstein bei der Profitabilität. Wie am Sonntag bekannt wurde, erzielte Oatly im zweiten Quartal erstmals ein positives bereinigtes EBITDA in Höhe von 0,4 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Verlust von 3,6 Millionen US-Dollar zu Buche. Dieser Umschwung wurde maßgeblich durch ein Volumenwachstum im Segment Europa & International getragen. Der Nettoverlust, der den Aktionären zuzurechnen ist, verringerte sich von 55,9 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf nun 31,3 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge verbesserte sich zudem um 140 Basispunkte auf 33,9 Prozent.

Operative Wende bei belasteter Bilanz

Trotz der operativen Fortschritte zeigen sich in der Bilanzstruktur weiterhin Herausforderungen. Medienberichten von gestern zufolge wies Oatly zum 30. Juni 2026 ein negatives Eigenkapital von minus 23 Millionen US-Dollar aus, da die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte überstiegen. Diese finanzielle Konstellation unterstreicht die Notwendigkeit der eingeleiteten Effizienzmaßnahmen und des angestrebten Wachstumskurses.

An der Börse wird die Entwicklung dennoch überwiegend positiv quittiert. Der Kurs liegt aktuell 24,54 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den kurzfristigen Aufwärtstrend unterstreicht. Auch die Analysten von Barclays reagierten auf die Neuausrichtung. Der Analyst Andrew Lazar hob am 23. Juli das Kursziel für Oatly von 12 auf 14 US-Dollar an und behielt die Einstufung „Overweight“ bei. Er begründete dies mit der aktualisierten Wachstumsstrategie und den sich beschleunigenden Renditen in Europa und Nordamerika.

personelle Veränderungen im Board

Zusätzlich zur finanziellen Berichterstattung gab es im Juli Veränderungen im Kontrollgremium des Unternehmens. Wenjie Ma schied mit Wirkung zum 20. Juli aus dem Board of Directors aus. Als Nachfolgerin wurde Lifen Xu in das Gremium berufen. Sie vertritt dort den Anteilseigner Blossom Key (Hong Kong) Holdings Limited. In einer entsprechenden Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC wurde für das neue Board-Mitglied zunächst kein direkter Anteilsbesitz an Wertpapieren des Unternehmens gemeldet. Während einzelne institutionelle Investoren zuletzt ihre Positionen auflösten, zeigen die jüngsten Quartalszahlen und die angehobene Prognose, dass Oatly versucht, die Phase der hohen Verluste hinter sich zu lassen und sich global stabiler aufzustellen.

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