Ocugen Aktie: RMAT-Status fĂŒr OCU410 beschleunigt Zulassung
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deOcugen hat am Freitag konkrete regulatorische FahrplĂ€ne fĂŒr zwei seiner wichtigsten Studienprogramme vorgestellt. FĂŒr die Gentherapie OCU400 zur Behandlung von Retinitis pigmentosa plant das Unternehmen, ab dem spĂ€ten Jahr 2026 mit einer rollierenden Zulassungseinreichung (BLA) bei der US-Arzneimittelbehörde FDA zu beginnen. Eine mögliche Zulassung visiert Ocugen fĂŒr das vierte Quartal 2027 an.
Parallel dazu bestĂ€tigte das Management, dass die FDA die Phase-3-Zulassungsstudie ArMaDa3 fĂŒr den Kandidaten OCU410 gegen geografische Atrophie freigegeben hat.
Die Studie erhielt zusĂ€tzlich den Status einer Regenerative Medicine Advanced Therapy (RMAT) â eine Einstufung, die beschleunigte Beratungsverfahren mit der Behörde ermöglicht. Der Dosierungsstart ist fĂŒr September 2026 vorgesehen, die Einreichung der ZulassungsantrĂ€ge in den USA und Europa peilt Ocugen fĂŒr 2028 an.
Rekrutierung lÀuft, Kapitalpolster gesichert
Die ArMaDa3-Studie befindet sich bereits in der aktiven Rekrutierungsphase. Laut zuletzt aktualisierten Studiendaten sollen rund 237 Probanden weltweit in die registrierungsrelevante Untersuchung eingeschlossen werden. Damit nimmt eines der beiden zentralen Entwicklungsprogramme konkrete Form an, wÀhrend OCU400 den nÀchsten regulatorischen Schritt erst noch vor sich hat.
Finanziell hat sich Ocugen zuletzt Luft verschafft. Eine im Mai abgeschlossene Wandelanleihe ĂŒber 130 Millionen Dollar mit einem Zinssatz von 6,75 Prozent hat die Barreichweite des Unternehmens nach eigenen Angaben bis ins Jahr 2028 verlĂ€ngert.
Ein Teil der Mittel, 32,7 Millionen Dollar, diente der Ablösung einer bestehenden Verbindlichkeit gegenĂŒber Avenue Capital. Zum Ende des zweiten Quartals verfĂŒgte Ocugen ĂŒber liquide Mittel und beschrĂ€nkt verfĂŒgbare Zahlungsmittel von 100,4 Millionen Dollar.
Diese Kapitalausstattung dĂŒrfte dem Unternehmen erlauben, die parallel laufenden, kostenintensiven Zulassungsprozesse fĂŒr beide Programme ohne kurzfristigen weiteren Finanzierungsdruck durchzuziehen â ein Aspekt, den Investoren angesichts der Verlustlage genau beobachten.
Institutionelle Anleger bauen Positionen aus
Auch auf der Investorenseite tut sich einiges. Der Vermögensverwalter Hennion & Walsh Asset Management stockte seine Position im zweiten Quartal um 121,7 Prozent auf und hÀlt nun gut 2,8 Millionen Aktien.
State Street Corp meldete in einer Pflichtmitteilung eine passive Beteiligung von 6,3 Prozent, entsprechend rund 21,5 Millionen Aktien. Janus Henderson Group wiederum zeigte eine passive Beteiligung von 3,0 Prozent an, bestehend aus 10 Millionen Aktien sowie zusÀtzlich 10 Millionen Warrants, Stand Ende Juni.
Die Aktie selbst zeigte sich zuletzt vergleichsweise ruhig: Am Freitag schloss das Papier bei 1,19 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent. Ăber die vergangenen 30 Handelstage steht dagegen ein Plus von 3,7 Prozent zu Buche â ein Hinweis darauf, dass die jĂŒngsten regulatorischen Fortschritte am Markt zumindest nicht negativ aufgenommen wurden.
FĂŒr Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen mit der RMAT-Designation fĂŒr OCU410 und dem geplanten Rolling-Filing fĂŒr OCU400 zwei greifbare regulatorische Meilensteine mit klaren Zeitachsen. Auf der anderen Seite bleibt Ocugen ein Unternehmen ohne nennenswerte UmsĂ€tze, dessen Bewertung vollstĂ€ndig vom Ausgang der laufenden Zulassungsstudien abhĂ€ngt.
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