Österreichische Post Aktie: D Express unterzeichnet
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Österreichische Post hat am Freitag ihre Bilanz für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Während der Umsatz um 3,8 Prozent auf 1,544 Milliarden Euro stieg, verzeichnete das Unternehmen beim Ergebnis einen deutlichen Rückgang. Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 22 Prozent auf 73,3 Millionen Euro, während der Periodengewinn mit 22,8 Millionen Euro sogar um 66,7 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. An der Börse reagierten Anleger verstimmt: Die Aktie gab am Freitag um 3,40 Prozent nach und schloss bei 31,25 €.
Einmaleffekte belasten das Periodenergebnis
Der massive Rückgang des Reingewinns ist laut Unternehmensangaben primär auf nicht cash-wirksame Bewertungseffekte zurückzuführen. Dabei geht es um Put-Optionen an Auslandsbeteiligungen, konkret die türkische Aras Kargo sowie die bulgarische euShipments.com. Letztere ist seit März 2026 voll konsolidiert und soll das Angebot entlang der gesamten E-Commerce-Wertschöpfungskette stärken. Das EBITDA belief sich im Berichtszeitraum auf 187,7 Millionen Euro.
Trotz der bilanziellen Belastungen treibt der Konzern seine Expansion voran. Ende Juli wurde die Übernahme des serbischen Paketdienstleisters D Express unterzeichnet, der im vergangenen Jahr rund 14 Millionen Pakete transportierte. Zudem verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von Generaldirektor Walter Oblin vorzeitig um zwei Jahre.
Starke Dynamik im Bereich Logistik und E-Commerce
Die Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen verlief im ersten Halbjahr gegensätzlich. Das Segment E-Commerce & Logistics erwies sich als Wachstumstreiber mit einem Umsatzplus von 11,5 Prozent auf 910,9 Millionen Euro. Besonders erfreulich entwickelten sich die Paketmengen im Heimatmarkt Österreich, die mit einem Zuwachs von 9 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt lagen.
Schwieriger gestaltete sich das Umfeld im Segment Brief, Filiale & Services, wo der Umsatz um 7,4 Prozent auf 566,1 Millionen Euro nachgab. Neben den strukturellen Rückgängen bei Briefen und Direktwerbung belasteten Sonderfaktoren dieses Ergebnis. Der Entfall einer früheren Kooperation mit einem Telekom-Partner kostete 13 Millionen Euro. Gleichzeitig fielen Anlaufkosten für die am 1. April gestartete Mobilfunkmarke YELLLOW an, die laut Medienberichten bereits eine fünfstellige Kundenzahl erreicht hat. Positiv entwickelte sich hingegen die bank99, die ihr EBIT im Vergleich zum Vorjahr steigern konnte.
Zuversicht für die zweite Jahreshälfte
Für das restliche Geschäftsjahr zeigt sich das Management optimistisch und bestätigte die bisherige Guidance. Erwartet wird ein leichter Umsatzanstieg sowie ein operatives EBIT in der Bandbreite der letzten Jahre. Ein wesentlicher Impulsgeber für das zweite Halbjahr soll die zum 1. August 2026 umgesetzte Preisanpassung beim Premiumbrief sein. Hier wurde die Rate für das Standardformat von 1,30 Euro auf 1,90 Euro angehoben.
Analyst Ingo Schmidt von der Montega AG rechnet in einer aktuellen Studie mit einem positiven EBIT-Effekt von 10 bis 12 Millionen Euro aus dieser Portoerhöhung für die zweite Jahreshälfte. Er bestätigt sein Kursziel von 38,00 Euro und empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Parallel dazu baut die Post ihre Infrastruktur durch eine SB-Offensive weiter aus und vergrößerte das Netz auf mittlerweile 3.000 Poststellen. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei 2,15 Milliarden €.
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