Oklo, Aktie

Oklo Aktie: Zahlen und Schmiedering-Deal

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Oklo übertraf Analystenschätzungen bei Verlust und Umsatz; eine Fertigungsvereinbarung reserviert Kapazitäten für künftige Reaktorkomponenten.
Modernes, leuchtendes Kernfusionsreaktor-Design in einer technologischen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Oklo liefert vor US-Börsenbeginn gleich zwei Nachrichten: Quartalszahlen und eine Fertigungspartnerschaft für den künftigen Reaktorbau. Die Aktie zog im vorbörslichen Handel zweistellig an. Zuvor hatte sie ein neues 52-Wochen-Tief markiert.

Besser als erwartet, aber weiter ohne Gewinn

Für das dritte Quartal meldet der Entwickler fortgeschrittener Kernreaktoren einen Verlust je Aktie von 0,22 Dollar. Analysten hatten mit minus 0,27 Dollar gerechnet. Der Umsatz lag bei 1,86 Millionen Dollar, erwartet waren rund 1,01 Millionen.

Die Erlöse bleiben marginal, Oklo ist weiter ein Entwicklungsunternehmen. Im Mittelpunkt steht daher die Liquidität: Zum 30. September hielt die Gesellschaft 3,13 Milliarden Dollar an Barmitteln und marktfähigen Wertpapieren. Das Polster dürfte die laufenden Ausgaben auf absehbare Zeit decken.

Die Analystenrevisionen der vergangenen Monate zeigten allerdings in eine andere Richtung: Einer positiven Anpassung standen elf negative gegenüber.

Reaktorbau braucht Schmiedekapazität

Parallel dazu schloss Oklo eine Vereinbarung mit U.S. Forged Rings. Der Konzern reserviert Fertigungskapazität auf dem geplanten Industriecampus in Hertford County, North Carolina. Dort sollen große Edelstahlkomponenten für künftige Aurora-Kraftwerke entstehen, etwa Reaktorbehälter und Deckel.

Erste fertige Bauteile sind ab 2030 vorgesehen. Die Reservierung soll Kapazitäten bis 2035 abdecken und enthält Optionen auf eine Ausweitung. Oklo will damit einen möglichen Engpass bei Schwerkomponenten entschärfen, die bislang häufig aus dem Ausland kommen. Die Vereinbarung läuft getrennt von den Arbeiten für das erste Kraftwerk am Idaho National Laboratory. Der Betrieb des Aurora-INL-Reaktors ist für 2028 geplant.

Politik drückte zuvor auf den Kurs

Die Erholung folgt auf einen schwachen Vortag. Nach dem Wahlerfolg der Demokraten bei den Zwischenwahlen gerieten KI- und Nuklearwerte unter Druck, die Sorge galt der künftigen Energiepolitik. Oklo gab rund 6 Prozent nach und schloss bei 19,20 Dollar. Auf Sicht von drei Monaten steht die Aktie damit knapp 57 Prozent im Minus.

Einen Impuls lieferte zuletzt Wedbush, das die Coverage mit "Outperform" aufnahm. Der vorbörsliche Aufschlag von zuletzt rund 9 bis 13 Prozent spiegelt nach der Übertreibung nach unten auch eine technische Gegenbewegung wider.

Der Fahrplan bleibt damit klar umrissen: 2028 soll der Reaktor in Idaho anlaufen, 2030 sollen die ersten Schmiedekomponenten aus North Carolina folgen. Jeder Fortschritt auf diesem Weg dürfte den Kurs weiter bewegen.

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