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Oracle Aktie: Cashflow bricht ein, Analysten senken Ziele

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 22:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle baut Personal ab und senkt Kosten, während hohe KI-Ausgaben den freien Cashflow belasten und Analysten ihre Kursziele reduzieren.

Moderner Rechenzentrums-Serverraum mit langen Reihen beleuchteter Serverschränke
Oracle Corporation US68389X1054 zeigt einen modernen, realistisch fotografierten Rechenzentrums-Serverraum mit beleuchteten Serverschränken und Kabeln Illustration mit AI erstellt.

Der Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten bei Oracle fordert seinen Tribut am Kapitalmarkt. Laut Reuters wurden die Schuldtitel von Konsortialbanken wie Santander und Jefferies zu Kursen von 89 bis 91 Cent je Dollar gehandelt.

Parallel zu den Spannungen am Kreditmarkt setzt das Management den Rotstift im operativen Betrieb an. Medienberichten zufolge leitete das Unternehmen am Montag eine weitere Runde von Stellenstreichungen ein. Die Maßnahmen stehen im direkten Zusammenhang mit den drastisch steigenden Ausgaben für die Infrastruktur zur Nutzung Künstlicher Intelligenz.

Kostensenkungen flankieren teuren Infrastrukturaufbau

Die geschätzten Restrukturierungskosten kletterten um etwa 700 Millionen US-Dollar auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar. Die Aufwendungen resultieren vor allem aus Abfindungen sowie Kosten für die vorzeitige Auflösung von Verträgen.

Die Einsparungen sollen finanziellen Spielraum für die teure Expansion schaffen. Während der Softwarekonzern traditionelle Strukturen abbaut, bindet die Beschaffung spezieller Prozessoren und der Aufbau gigantischer Serverfarmen enorme liquide Mittel. Dieser Spagat prägt die aktuelle Neuausrichtung des Unternehmens.

Wie stark die Investitionen auf die Liquidität drücken, zeigte sich bereits, als Oracle am vergangenen Donnerstag Quartalszahlen vorlegte; seither verlor die Aktie 1,9 Prozent. Zwar wuchsen die Cloud-Umsätze im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 62 Prozent. Gleichzeitig rutschte der freie Cashflow im Dreimonatszeitraum jedoch mit 5,40 Milliarden US-Dollar deutlich ins Minus.

Für Anleger wird der freie Mittelzufluss zum zentralen Gradmesser. Zwar verfügt der Konzern über gefüllte Auftragsbücher für Cloud-Dienstleistungen, doch die Vorfinanzierung der Hardware bindet kurzfristig erhebliche Mittel.

Analysten reagieren mit gesenkten Kurszielen

Die Belastungen veranlassen Experten zu vorsichtigeren Einschätzungen. Am Dienstag senkte das Analysehaus Freedom Broker sein Kursziel für die Oracle-Aktie auf 205 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch auf „Buy“. Am 11. September hatte zudem die Royal Bank of Canada ihr Kursziel von zuvor 190 auf 165 US-Dollar zurückgenommen.

Die Zurückhaltung der Analysten spiegelt die Sorge wider, dass die Margen durch den hohen Kapitalbedarf und steigende Finanzierungskosten für Großprojekte länger als gedacht unter Druck bleiben könnten.

Im deutschen Handel notierte die Aktie am Freitag bei 128,70 Euro. Damit summiert sich der Kursverlust seit Jahresanfang auf 23 Prozent. Entscheidend für die Marktstimmung wird sein, wie zügig das Unternehmen die hohen Vorleistungen in nachhaltige Gewinne ummünzen kann.

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