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Oracle Aktie: CDS-Rekord bei 203 Basispunkten

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 00:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Absicherung von Oracle-Anleihen ist teurer als wÀhrend der Finanzkrise 2008. Grund sind hohe Schulden und die AbhÀngigkeit von OpenAI.

Oracle-Anleihen: Kreditmarkt zeigt extreme Besorgnis
Abstraktes Finanzbild mit professioneller, dĂŒsterer BĂŒroatmosphĂ€re zur Darstellung von Marktrisiken und VolatilitĂ€t. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Oracles Anleihen kosten Investoren mittlerweile mehr Versicherungsschutz als wĂ€hrend der Finanzkrise 2008. Die Aktie fĂ€llt auf 104,54 Euro und damit nur noch 3,75 Prozent ĂŒber ihrem 52-Wochen-Tief. Was hier passiert, ist ungewöhnlich: Der Kreditmarkt zeigt deutlich mehr Sorge als der Aktienmarkt.

Ausfallversicherung so teuer wie nie

Credit-Default-Swaps auf Oracle-Anleihen notieren nahe 200 Basispunkten. Zum Vergleich: Bei Nvidia sind es rund 78 Basispunkte, bei Meta Platforms etwa 93. Oracle zahlt damit mehr als doppelt so viel wie diese Tech-Konzerne fĂŒr den gleichen Schutz.

Einige Marktdaten setzen den FĂŒnfjahres-CDS von Oracle sogar bei rekordhohen 203 Basispunkten an. Das bedeutet: Wer 10 Millionen Dollar Oracle-Anleihen gegen Ausfall versichern will, zahlt dafĂŒr etwa 203.000 Dollar pro Jahr. Diese Kosten haben sich seit Mitte 2025 mehr als vervierfacht — und liegen damit ĂŒber dem Krisenniveau von 2008.

Auch am Anleihemarkt selbst zieht der Druck an. Der Spread auf die 2056 fÀllige 6,7-Prozent-Anleihe weitete sich am Montag um 8 Basispunkte auf 263 Basispunkte aus. Die 2036 fÀllige 5,7-Prozent-Anleihe verteuerte sich um 9 Basispunkte auf 205 Basispunkte.

Herabstufung legte den Grundstein

Der Auslöser liegt einige Wochen zurĂŒck. S&P Global Ratings senkte Oracles langfristiges Rating am 9. Juli von BBB auf BBB- ab. Damit steht der Softwarekonzern nur noch eine Stufe ĂŒber Ramschniveau.

S&P behielt zwar einen stabilen Ausblick bei, benannte aber OpenAI als zentrales Kreditrisiko. Der Grund: OpenAI macht rund die HĂ€lfte von Oracles verbleibenden Auftragsverpflichtungen aus, die sich auf 638 Milliarden Dollar summieren. Eine derartige Konzentration auf einen einzigen Kunden bewertet die Ratingagentur als kritisch.

Hinzu kommt die Investitionsplanung. Oracle will seine Investitionsausgaben im GeschĂ€ftsjahr 2027 auf 90 bis 95 Milliarden Dollar hochschrauben — deutlich mehr als die zuvor angepeilten 60 Milliarden. Grund sind steigende Kosten fĂŒr KI-Chips und neue Rechenzentren. Die Verschuldung soll dadurch auf das 4,4-fache des Ergebnisses klettern, ein Wert, den S&P fĂŒr ein BBB-Rating als riskant einstuft. Insgesamt trĂ€gt Oracle bereits 167 Milliarden Dollar Schulden.

Der Anleihemarkt scheint bereits eine weitere Herabstufung einzupreisen. ZehnjĂ€hrige Oracle-Bonds rentieren mit rund 6,5 Prozent — spĂŒrbar ĂŒber dem Durchschnitt fĂŒr BBB-Anleihen und nah am Ramsch-Bereich.

Analysten bleiben gespalten

Nicht jeder teilt die Sorge der KreditmÀrkte. Mizuho bekrÀftigte am 21. Juli sein Kursziel von 320 Dollar und die Einstufung "Outperform". Analyst Siti Panigrahi bezeichnete die Aktie bei ihrem mehrjÀhrigen Tiefstand als eines der attraktivsten Risiko-Rendite-Profile im gesamten Coverage.

Mizuho verweist auf neue KI-InfrastrukturvertrĂ€ge im Volumen von 67 Milliarden Dollar allein im vierten Quartal. Ein Großteil davon sei vorausbezahlt oder basiere auf Hardware der Kunden selbst — ein Argument dafĂŒr, dass der Auftragsbestand solider ist, als die Reaktion der KreditmĂ€rkte vermuten lĂ€sst.

Selbst Optimisten rĂ€umen aber ein Finanzierungsrisiko ein. Mizuho selbst hĂ€lt weitere Kapitalspritzen fĂŒr möglich, um das aggressive KI-Investitionsprogramm zu stemmen. Oracle hat im Februar bereits Vorzugsaktien im Wert von 5 Milliarden Dollar ausgegeben und plant fĂŒr spĂ€ter in diesem Jahr eine weitere Kapitalerhöhung ĂŒber 20 Milliarden Dollar.

Ob die ausufernden CDS-Spreads eine echte Verschlechterung von Oracles finanzieller Lage markieren oder nur die allgemeine NervositĂ€t rund um schuldenfinanzierte KI-Infrastruktur widerspiegeln, dĂŒrfte sich an einer Frage entscheiden: Wie schnell verwandeln sich die gewaltigen Investitionen der kommenden Quartale in tatsĂ€chlichen Cashflow.

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