PANDION-Anleihe, Webcast

PANDION-Anleihe: Der Webcast am 1. September wird zur Nagelprobe fĂŒr GlĂ€ubiger

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 03:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung fĂ€llt die PANDION-Anleihe weiter. Entscheidend fĂŒr GlĂ€ubiger ist die Werthaltigkeit der Immobilienprojekte.

PANDION-Anleihe: Insolvenzverfahren lÀsst Anleger auf Sanierungsplan hoffen
Ein moderner, leerer Konferenzraum in einem BĂŒrogebĂ€ude bei DĂ€mmerung mit Blick auf die Skyline. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ausgangslage

Der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung liegt seit vergangenem Montag beim Insolvenzgericht Köln, seither hat die Anleihe mit ISIN DE000A289YC5 rund 14,3 Prozent verloren. Der Kurs des Papiers schloss am Mittwoch bei 3,86 Euro, nach einem Tagesminus von 7,4 Prozent.

Auf Wochensicht steht ein RĂŒckgang von 27 Prozent, ĂŒber 30 Tage summiert sich der Verlust auf 91 Prozent. Ein RSI von 14,5 signalisiert eine massiv ĂŒberverkaufte Lage, die annualisierte VolatilitĂ€t von 261 Prozent zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt.

Warum zĂ€hlt das jetzt? Weil sich die eigentliche Entscheidung ĂŒber Sanierung oder Zerschlagung nicht mehr am Insolvenzantrag selbst festmacht, sondern an dem, was in den kommenden Wochen bekannt wird.

FĂŒr rund 160 BeschĂ€ftigte an den Standorten Köln, MĂŒnchen, Berlin und Stuttgart sind Löhne und GehĂ€lter fĂŒr August, September und Oktober ĂŒber die Insolvenzgeldvorfinanzierung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit zunĂ€chst gesichert. Das verschafft Zeit – aber keine Klarheit ĂŒber die Substanz, die fĂŒr AnleiheglĂ€ubiger am Ende ĂŒbrig bleibt.

Die entscheidende Frage

Der eine Faktor, der ĂŒber den weiteren Kursverlauf entscheidet, ist die Werthaltigkeit der Gewerbeimmobilienprojekte, auf die im GeschĂ€ftsjahr 2025 bereits massiv abgeschrieben wurde. Bei Umsatzerlösen von 846,1 Millionen Euro stand ein Ergebnis vor Steuern von minus 69,0 Millionen Euro, wĂ€hrend das Betriebsergebnis mit 17,3 Millionen Euro operativ noch positiv ausfiel.

Die Differenz erklÀrt sich aus Wertberichtigungen, die aus einem schwierigen Marktumfeld, verÀnderten Bewertungsparametern, gestiegenen Finanzierungskosten und einem schwachen Transaktionsmarkt resultierten.

FĂŒr die Anleihe ist damit die zentrale Frage: Lassen sich im Rahmen der Eigenverwaltung genĂŒgend werthaltige Projekte fortfĂŒhren oder verkaufen, um GlĂ€ubiger auch nur teilweise zu bedienen?

Auslöser der akuten Krise war laut Unternehmensangaben eine unerwartet entstandene LiquiditĂ€tslĂŒcke, nachdem ein Finanzierungspartner einen vorgesehenen Finanzierungsbaustein entgegen bisherigen Erwartungen zurĂŒckzog. Die Zinszahlung zur Anleihe 2021/2028, fĂ€llig am 5. August, wurde in der Folge nicht fristgerecht geleistet.

Bullisches Szenario

Sollte sich im Zuge der Eigenverwaltung zeigen, dass ein wesentlicher Teil des Immobilienportfolios trotz der Abschreibungen verwertbar bleibt, könnte ein Sanierungskonzept entstehen, das GlĂ€ubigern eine ĂŒber die aktuelle Kursnotiz hinausgehende Quote in Aussicht stellt.

Eigenverwaltungsverfahren zielen darauf ab, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern statt es zu zerschlagen – gelingt dies, könnten Projekte in MĂŒnchen, Berlin oder Stuttgart schrittweise fertiggestellt und verĂ€ußert werden, was zusĂ€tzliche Werte generieren wĂŒrde.

In diesem Fall wĂ€re denkbar, dass sich die extrem ĂŒberverkaufte technische Lage – ein RSI von 14,5 deutet klassisch auf eine ĂŒberzogene Verkaufswelle hin – als ĂŒbertrieben erweist und eine Gegenbewegung einsetzt, sobald belastbare Informationen zum Sanierungskonzept vorliegen.

BĂ€risches Szenario

Das Risiko liegt darin, dass sich die LiquiditĂ€tslĂŒcke als struktureller erweist als zunĂ€chst kommuniziert. FĂ€llt ein weiterer Finanzierungsbaustein weg oder zeigen sich zusĂ€tzliche Wertberichtigungsbedarfe in den Projekten, drohen Nachbesserungen der Verlustzahlen aus 2025 fortzuschreiben.

FĂŒr AnleiheglĂ€ubiger wĂ€re das gleichbedeutend mit einer weiter sinkenden erwarteten Quote. Auch die extreme VolatilitĂ€t von 261 Prozent ist kein Zeichen von Stabilisierung, sondern spiegelt ein Papier, dessen Bewertung faktisch neu ausgehandelt wird – ohne verlĂ€ssliche Fundamentaldaten als Anker.

Sollten die InsolvenzantrĂ€ge der Tochtergesellschaften PANDION Real Estate, PANDION Vertriebsgesellschaft, PANDION Design, PANDION Projektmanagement und PANDION Engineering zu einer Zersplitterung der Vermögenswerte fĂŒhren, wĂŒrde eine koordinierte Sanierung zusĂ€tzlich erschwert.

Ausblick

Solange die Eigenverwaltung Handlungsspielraum behĂ€lt und keine weiteren Finanzierungspartner abspringen, bleibt ein Sanierungsszenario mit TeilrĂŒckflĂŒssen fĂŒr GlĂ€ubiger im Bereich des Möglichen. Kippt diese Annahme – etwa durch neue Meldungen zu weggebrochenen Finanzierungsbausteinen oder zusĂ€tzlichen Wertberichtigungen –, rĂŒckt eine Zerschlagung mit entsprechend geringeren Erlösquoten nĂ€her.

Der nĂ€chste konkrete PrĂŒfstein ist der fĂŒr den 1. September um 11:30 Uhr angekĂŒndigte AnleiheglĂ€ubiger-Webcast, bei dem Detailinformationen zu den RĂŒckzahlungsproblemen erwartet werden. Bis dahin dĂŒrfte die Kursfindung volatil bleiben, ohne dass sich die entscheidende Frage nach der Werthaltigkeit der Projekte abschließend beantworten lĂ€sst.

Anzeige

PANDION-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue PANDION-Analyse vom 20. August liefert die Antwort:

Die neusten PANDION-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf fĂŒr PANDION-AktionĂ€re. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

PANDION: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | DE000A289YC5 | PANDION-ANLEIHE | boerse | 69973458 |