PayPal Aktie: Mizuho kassiert Kursziel
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 17:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Platzen der Übernahmegespräche mit Stripe zieht Mizuho die Konsequenzen. Die Bank senkt ihr Kursziel für PayPal von 60 auf 51 Dollar und bleibt bei "Neutral". Die Aktie notiert bei 53,66 Dollar — binnen einer Woche hat das Papier 13 Prozent verloren.
Drei Baustellen statt einer Übernahmefantasie
Ohne den Stripe-Deal als Kurstreiber richtet sich der Blick nun auf operative Schwachstellen. Mizuho sieht gleich drei Problemfelder: Erstens droht dem margenstarken Branded-Checkout-Geschäft zunehmende Commoditization — der Wettbewerbsdruck nimmt zu, die Differenzierung schwindet.
Zweitens wächst das Risiko von Marktanteilsverlusten in Deutschland, wo PayPal bislang die dominante Stellung hält. Drittens könnte Venmo Konkurrenz von unerwarteter Seite bekommen: Elon Musks X-Money bringt attraktive Einlagenzinsen und globale Reichweite mit — eine Kombination, die dem US-Bezahldienst gefährlich werden könnte.
Immerhin zeigte sich das Branded-Wachstum im zweiten Quartal stabil. Mizuho führt das allerdings vor allem auf robuste Konsumausgaben zurück, nicht auf eigene Stärke. Mit rund 2 Prozent bleibt das Wachstum auch absolut betrachtet überschaubar.
Gespaltenes Analystenbild
Der Blick auf die Zahlen selbst fällt differenzierter aus. Im zweiten Quartal 2026 verdiente PayPal je Aktie 1,38 Dollar bereinigt — acht Prozent über den Erwartungen, trotz eines Rückgangs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 5 Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar.
Die Reaktionen der Analystenhäuser auf diese Zahlen und den gescheiterten Deal fallen entsprechend uneinheitlich aus. Freedom Broker sieht bei einem Kursziel von 72 Dollar weiter Potenzial und bleibt bei "Buy".
Morgan Stanley bewertet die Aktie mit "Underweight" und einem Kursziel von 45 Dollar, Deutsche Bank hält bei "Hold" ebenfalls bei 45 Dollar. Die Spanne zwischen 45 und 72 Dollar zeigt: Ein Konsens über den fairen Wert von PayPal existiert derzeit nicht.
Immerhin gibt es einen Silberstreif. Trotz der Kurszielsenkung liegt der aktuelle Aktienkurs bei einem KGV von gut 10 — ein Niveau, das manche Beobachter angesichts der operativen Zahlen als günstig einstufen. Ob das reicht, um die Verunsicherung nach dem Stripe-Aus zu überwinden, hängt nun stärker denn je vom operativen Geschäft ab — nicht mehr von Übernahmespekulationen.
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