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PayPal Aktie: Stripe und Advent verhandeln höheres Gebot

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 03:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal verhandelt erneut mit Stripe und Advent über eine Übernahme. Analysten sehen trotz Kursrückgang Potenzial, während das Kerngeschäft unter Druck bleibt.

PayPal: Stripe und Advent verhandeln erneut über Übernahme
Abstrakte Darstellung einer hochkarätigen Finanzverhandlung in einer modernen Büroumgebung mit Stadtkulisse. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

PayPal steht erneut im Zentrum von Übernahmespekulationen. Berichten des Wall Street Journal vom 14. August zufolge haben Stripe und der Finanzinvestor Advent die Gespräche über eine Übernahme des Zahlungsdienstleisters wieder aufgenommen. Ein früheres Angebot über 53 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 60,50 US-Dollar je Aktie hatte PayPal zuvor abgelehnt. Nun wird über einen höheren Preis verhandelt.

Die Nachricht sorgte an der Börse für Bewegung: Die Aktie stieg am 14. August zeitweise um zwei Prozent auf 61,83 US-Dollar, ehe sie am Montag danach wieder auf 60,47 US-Dollar zurückfiel, ein Minus von knapp zwei Prozent. Der schwankende Kursverlauf zeigt, wie unsicher Anleger die Erfolgsaussichten der Gespräche einschätzen – regulatorische Hürden in den USA und der EU gelten als ungeklärt.

Analysten sehen Kurspotenzial trotz Konsolidierung

Trotz der Volatilität rund um die Übernahmegerüchte bewerten Analysten PayPal überwiegend positiv. Der Konsens lautet "Hold" bei einem durchschnittlichen Kursziel von 59,14 US-Dollar. Einige Stimmen gehen sogar weiter und stufen die Aktie angesichts der Kombination aus operativer Trendwende und Übernahmepotenzial als Kauf ein. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt demnach bei 11,24, die Gewinnprognose je Aktie bei 5,38 US-Dollar.

Im deutschen Handel notiert das Papier aktuell bei 52,46 Euro, ein moderates Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 2,6 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es 5,4 Prozent.

Diese Erholung vollzieht sich allerdings von einem tiefen Niveau aus: Vom 52-Wochen-Hoch bei 70,78 Euro, erreicht Ende Oktober, trennen die Aktie weiterhin gut ein Viertel Abstand.

Wettbewerbsdruck bleibt trotz Wachstum bestehen

Die Übernahmespekulationen treffen auf ein Unternehmen, das operativ solide, aber nicht spektakulär wächst. Das Gesamtzahlungsvolumen legte zuletzt um zehn Prozent auf 486 Milliarden US-Dollar zu, angetrieben von Venmo mit plus 14 Prozent und Braintree mit plus 13 Prozent. Das margenstärkere Branded-Checkout-Geschäft, das für 28 Prozent des Volumens steht, wuchs dagegen nur um zwei Prozent.

Vorstandschef Enrique Lores rechnet hier künftig lediglich mit niedrigen einstelligen Wachstumsraten – auch weil Apple Pay mit rund 900 Millionen Nutzern zunehmend Konkurrenz macht.

Diese schleppende Entwicklung im Kerngeschäft erklärt teilweise, warum die Aktie trotz stetig wachsender Volumina von ihrem Hoch aus dem Jahr 2021 noch immer sehr weit entfernt notiert. Genau diese Diskrepanz zwischen operativem Wachstum und Aktienkurs dürfte auch die Fantasie der potenziellen Käufer beflügeln: Ein Unternehmen mit stabilen Cashflows und breiter Nutzerbasis, aber gedrückter Bewertung, gilt als attraktives Übernahmeziel.

Konkurrent Adyen als Kontrastfolie

Bemerkenswert ist der Vergleich zum niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen, dessen Aktie ebenfalls im Fokus der Stripe-PayPal-Gerüchte steht. Adyen hatte seine Umsatzprognose für 2026 auf ein Wachstum von 21 bis 23 Prozent angehoben und daraufhin einen Kurssprung von elf Prozent verzeichnet – ein deutliches Signal, dass der Markt organisches Wachstum im Zahlungssektor honoriert, während PayPal seine Anleger derzeit vor allem mit der Übernahmefantasie bei Laune hält.

Für Anleger bleibt die Lage vertrackt: Kommt es tatsächlich zu einem höheren Angebot von Stripe und Advent, dürfte das dem Kurs kurzfristig Auftrieb geben. Scheitern die Gespräche jedoch erneut, richtet sich der Blick wieder auf das nur mäßige Wachstum im Kerngeschäft – und auf die Frage, ob PayPal allein den Rückstand zum einstigen Rekordhoch aufholen kann.

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