PepsiCo, Aktie

PepsiCo Aktie: Weihnachtskampagne gegen Absatzschwäche

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kampagne erhöht die Sichtbarkeit im Handel; ob sie den Volumenrückgang in Nordamerika bremst, bleibt offen.
PepsiCo, Aktie, Weihnachtskampagne, Absatzschwäche, Kampagne, Sichtbarkeit, Handel;, Volumenrückgang, Nordamerika Illustration mit AI erstellt.

Die Weihnachtskampagne trifft auf schwache Absatzmengen

Pepsi setzt im November auf die Weihnachtskampagne „Holidays Deserve Pepsi“. Für Anleger steht damit eine konkrete Frage im Mittelpunkt: Kann höhere Sichtbarkeit im Handel die Absatzschwäche im nordamerikanischen Getränkegeschäft bremsen? Die Kampagne bietet einen Ansatzpunkt für eine Erholung, sofern aus zusätzlicher Werbung mehr Nachfrage entsteht. Daran sollte sich die Einschätzung der Aktie orientieren.

Der Werbespot verbindet Pizza mit Pepsi Zero Sugar. Für das Weihnachtsgeschäft plant Pepsi 80 % mehr Sichtbarkeit im Einzelhandel als 2025. Damit setzt die Marke auf zusätzliche Kaufanlässe während der Feiertage. Das ist besonders relevant, weil PepsiCo Beverages North America im dritten Quartal 2026 ein Volumenminus von 2 % meldete.

PepsiCo-Chef Ramon Laguarta hatte am 8. Oktober eingeräumt, dass das Unternehmen bei Erfrischungsgetränken nicht gut konkurriere. Die Weihnachtsinitiative adressiert damit eine ausdrücklich benannte Schwachstelle. Für Anleger spricht sie dann für eine operative Verbesserung, wenn eine stärkere Markenpräsenz auch die Absatzentwicklung stabilisiert.

Das Getränkevolumen wird zum Prüfstein

Die entscheidende Kennzahl bleibt das nordamerikanische Getränkevolumen. Es umfasst neben Pepsi auch Gatorade und Mountain Dew. Eine erfolgreiche Pepsi-Kampagne könnte deshalb einen Beitrag zur Erholung leisten; für eine breitere Trendwende müsste sich jedoch die Entwicklung der gesamten Einheit verbessern.

Pepsi Zero Sugar bringt dafür eine günstige Ausgangsbasis beim Wachstum mit. In den ersten neun Monaten 2025 stieg das Volumen um 18,1 %. Der Anteil am US-Limonadenvolumen betrug allerdings nur 1,4 %. Diese historische Kombination zeigt das Potenzial einer wachsenden Marke mit bislang begrenztem Gewicht.

Für die Anlageentscheidung zählt deshalb die Verbindung zwischen Markenfortschritt und Segmententwicklung. Hohes Wachstum eines kleineren Produkts gewinnt an Bedeutung, sobald es die Schwäche anderer Angebote ausreichend abfedert. Solange das gesamte Getränkevolumen schrumpft, bleibt die operative Belastung bestehen.

Auch die Gewinnentwicklung setzt einen anspruchsvollen Maßstab. Vor rund einem Monat senkte PepsiCo seine Prognose für das Kerngewinnwachstum je Aktie 2026 auf 2,5–3,5 %. Eine bessere Absatzentwicklung wäre ein wichtiger Ansatzpunkt, um wieder mehr Vertrauen in die Ertragsaussichten zu schaffen.

Mehr Kaufanlässe könnten die Erholung verbreitern

Im günstigen Szenario erreicht Pepsi Zero Sugar über die Weihnachtskampagne zusätzliche Käufer. Die Verbindung mit Pizza schafft einen konkreten Konsumanlass. Höhere Sichtbarkeit könnte diesen Ansatz verstärken, sofern die Produkte im Handel tatsächlich häufiger gekauft werden.

Zusätzliche Unterstützung soll aus Football-Aktionen kommen. Pepsi verfügt über 15 Partnerschaften mit NFL-Teams und plant dabei 30 % mehr Präsenz an den Verkaufsstellen als im Vorjahr. Feiertagswerbung und Sportkooperationen setzen damit parallel auf Gelegenheiten für den Getränkekonsum.

Für PepsiCo spricht außerdem das Wachstum außerhalb des nordamerikanischen Problemfelds. Im dritten Quartal 2026 wuchs LatAm Foods organisch um 14 %. EMEA und Asien-Pazifik erreichten jeweils 9 %.

Diese regionalen Wachstumsbeiträge könnten eine Erholung im nordamerikanischen Geschäft ergänzen. Für Anleger wäre die Kombination besonders günstig: Internationales Wachstum würde dann auf eine nachlassende Belastung im Getränkegeschäft treffen. Voraussetzung bleibt, dass die Werbeoffensive die Nachfrage stärkt und die Absatzschwäche tatsächlich zurückgeht.

Die Schwäche reicht über eine Getränkemarke hinaus

Das ernsthafte Risiko liegt in einer zu langsamen Wirkung der Marketingmaßnahmen. Zusätzliche Präsenz kann die Marke unterstützen; bleibt das Segmentvolumen rückläufig, hält der Druck auf die operative Entwicklung an. Die eingeräumte Wettbewerbsschwäche würde dann schwerer wiegen als einzelne erfolgreiche Aktionen.

Auch der Abstand von Pepsi Zero Sugar zum Wettbewerber bleibt relevant. Coke Zero Sugar erreichte in den ersten neun Monaten 2025 einen Anteil von 4,6 % am US-Limonadenvolumen. Pepsi muss daher eine deutlich kleinere Basis ausbauen, wenn die zuckerfreie Variante stärker zum Gesamtgeschäft beitragen soll.

Für Anleger verschärft das die Anforderungen an eine Erholung. Eine bessere Getränkenachfrage wäre hilfreich, während anhaltende Schwäche bei Snacks den Ergebniseffekt begrenzen könnte. Die internationale Expansion müsste dann weiterhin gegen Belastungen in Nordamerika arbeiten.

Der nächste Produkttermin liefert einen Ansatzpunkt

Solange das internationale Wachstum trägt und Pepsi die nordamerikanischen Absatzverluste eindämmt, bleibt eine schrittweise operative Verbesserung ein plausibles Szenario. Hält der Volumenrückgang trotz höherer Werbepräsenz an, überwiegt dagegen das Risiko einer länger dauernden Stabilisierung.

Der nächste konkrete Termin ist der 19. November. Dann ist ein Produktpaket mit Pepsi Vanilla & Cream bei Walmart geplant. Die landesweite Einführung der Variante erfolgte am 19. Oktober. Das geplante Angebot ergänzt die Feiertagsaktivitäten und schafft einen weiteren Kaufanlass.

Für ausschüttungsorientierte Anleger steht dem operativen Risiko die Dividende gegenüber. Die attraktivere Gesamtkonstellation entstünde jedoch erst, wenn diese Ausschüttungskontinuität wieder von einer stabileren Entwicklung des nordamerikanischen Geschäfts begleitet wird.

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