Petrobras, Aktie

Petrobras Aktie: Itaú erwartet 55 Prozent Reservensteigerung

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 20:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Petrobras bestätigt Ölentdeckung vor der Amazonasmündung. Der Konzern meldet zugleich Rekordgewinne und eine gestiegene Produktion im zweiten Quartal.

Petrobras bestätigt Ölfund vor Amazonasmündung und meldet Rekordquartal
Ölplattform auf hoher See bei Sonnenuntergang als Symbol für den Energiesektor Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der brasilianische Energiekonzern Petrobras hat den Fund von Erdöl im sogenannten Morpho-Bohrloch im Becken der Amazonasmündung offiziell bestätigt. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die Entdeckung am Dienstag als einen „Reisepass für die Zukunft“.

Die Bohrung befindet sich etwa 175 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates Amapá in einer Wassertiefe von knapp 2.900 Metern. CEO Magda Chambriard zeigte sich extrem optimistisch hinsichtlich des Potenzials der gesamten Äquatorialmargin, betonte jedoch zugleich, dass weitere Studien zur Bestimmung des Volumens und der kommerziellen Nutzbarkeit notwendig seien.

Die Arbeiten am Morpho-Bohrloch begannen bereits im Jahr 2025 und stehen kurz vor dem Abschluss. Nach Unternehmensangaben fehlen noch etwa 1.000 Meter bis zum Zielreservoir, was voraussichtlich in den nächsten 15 bis 20 Tagen erreicht wird.

Bisher wurden rund 300 Millionen US-Dollar in dieses spezifische Projekt investiert, wobei die täglichen Bohrungskosten bei etwa einer Million US-Dollar liegen. Analysten von Itaú BBA gehen davon aus, dass erfolgreiche Erschließungen in dieser Region die Reserven des Konzerns um bis zu 55 Prozent steigern könnten.

Rekordgewinne im zweiten Quartal

Die Nachricht von der neuen Entdeckung trifft auf ein Unternehmen in einer starken finanziellen Verfassung. In der vergangenen Woche meldete Petrobras für das zweite Quartal 2026 einen Rekordgewinn. Das Ergebnis je Aktie lag mit 1,38 US-Dollar deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt von 1,25 US-Dollar ausgegangen waren. Auch der Umsatz übertraf mit 31,26 Milliarden US-Dollar die Prognosen.

Parallel dazu erreichte die Produktion mit 2,7 Millionen Barrel pro Tag einen neuen Höchststand. Die Auslastung der Raffinerien wurde mit 101 Prozent angegeben, was die hohe operative Effizienz unterstreicht.

An der Börse wird diese Entwicklung positiv honoriert. Die Aktie notiert aktuell bei 7,40 € und liegt damit etwa 13 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 6,52 €. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits eine Wertsteigerung von 51 Prozent erzielt.

Strategische Weichenstellungen und geopolitischer Rückenwind

Zusätzliche Unterstützung erhält Petrobras durch das Marktumfeld. Der Preis für die Sorte Brent stieg heute auf über 91 US-Dollar pro Barrel, getrieben durch wachsende Spannungen in der Straße von Hormuz. Diese geopolitische Lage erhöht die strategische Bedeutung brasilianischer Vorkommen für den Weltmarkt.

Präsident Lula stellte in Aussicht, die Förderung in der Äquatorialmargin zu beschleunigen, um die globale Versorgung zu sichern, sollte es zu Engpässen im Nahen Osten kommen.

Gleichzeitig engagiert sich der Konzern bei der Restrukturierung seines Beteiligungsunternehmens Braskem. Petrobras prüft derzeit verbesserte Lieferkonditionen, um Braskem bei der Vermeidung eines Insolvenzverfahrens zu unterstützen, für das eine Frist bis zum 24. August läuft.

Trotz der positiven Fundmeldungen bleiben regulatorische Hürden bestehen. Die Staatsanwaltschaft MPF forderte die Umweltbehörde Ibama heute auf, die Genehmigungsverfahren für drei weitere geplante Bohrungen in der Region kritisch zu prüfen.

Umweltschützer mahnen verstärkte Kontrollen zum Schutz der Biodiversität an der Amazonasmündung an. CEO Chambriard plant dennoch bereits die nächsten Schritte und hat Anträge für weitere Erkundungsbohrungen eingereicht, um den Zeitplan für einen möglichen Produktionsstart in sechs bis sieben Jahren einzuhalten.

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