Petrobras Aktie: Vier Offshore-Blöcke in Ghana
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der brasilianische Energiekonzern Petrobras weitet seine internationalen Aktivitäten auf den afrikanischen Kontinent aus. Während das Unternehmen Verhandlungen über neue Förderlizenzen in Ghana aufgenommen hat, konkretisiert sich zugleich der Zeitplan für die jüngsten Entdeckungen im heimischen Amazonas-Becken. Trotz dieser strategischen Fortschritte zeigt sich die Aktie am heutigen Freitag im Marktumfeld leicht schwächer.
Verhandlungen über Offshore-Blöcke in Ghana
Petrobras hat offizielle Gespräche über die Exploration von vier Offshore-Blöcken im Keta-Becken in Ghana begonnen. Wie Reuters unter Berufung auf das ghanaische Ministerium für Energie und ökologische Transformation berichtete, wurde der entsprechende Antrag des Unternehmens bereits am vergangenen Freitag genehmigt. Damit kehrt der Konzern verstärkt auf die internationale Bühne zurück, um seine Reserven außerhalb Südamerikas zu diversifizieren.
Diese geografische Ausweitung folgt der Strategie von CEO Magda Chambriard, neue Wachstumschancen zu erschließen. Ghana gilt in der Branche aufgrund seiner geologischen Ähnlichkeit mit den brasilianischen Küstengebieten als attraktives Ziel für Tiefsee-Explorationen. Die Verhandlungen über die genauen Konditionen der Explorationsverträge laufen derzeit.
Langfristiger Horizont für Entdeckungen im Amazonas-Becken
Im Inland stehen die Aktivitäten an der sogenannten Äquatorialmarge im Fokus. Hier hat Petrobras bereits erste Erfolge erzielt: Am 18. August bestätigte das Management einen Ölfund im Morpho-Feld im Foz do Amazonas-Becken.
Dennoch dämpft das Unternehmen die Erwartungen an eine schnelle Förderung. Laut Reuters könnte es mindestens sieben Jahre dauern, bis die Produktion in dieser Region aufgenommen wird, sofern sich die Funde als kommerziell rentabel erweisen.
Magda Chambriard betonte, dass mindestens drei weitere Bohrungen notwendig sind, um die genauen Reserven und die Wirtschaftlichkeit abschließend zu bewerten. Exekutivdirektorin Clarice Coppetti bezifferte die bisherigen Kosten für die erste Bohrung im Block FZA-M-59 auf rund 300 Millionen US-Dollar.
Um diese Arbeiten fortzusetzen, hat Petrobras bei der brasilianischen Umweltbehörde Ibama bereits die Genehmigung für drei zusätzliche Erkundungsbohrungen vor der Küste von Amapá beantragt.
Politische Unterstützung und finanzielle Verpflichtungen
Die Projekte an der Äquatorialmarge genießen hohe politische Priorität. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besuchte am 17. August ein Bohrschiff des Konzerns und hob das Potenzial der Region für die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens hervor.
Medienberichten zufolge bestätigen die bisherigen Daten aus Gesteinsproben und Messungen die optimistischen Erwartungen von Petrobras, auch wenn für eine endgültige Bestimmung der Reserven noch weitere Forschungsarbeit erforderlich ist.
Abseits der Explorationsprojekte bleibt die finanzielle Situation des Chemieunternehmens Braskem ein Thema. Petrobras prüfte zuletzt intensiv, in welchem Umfang eine kommerzielle Unterstützung in laufenden Gesprächen mit Gläubigern möglich ist.
Ziel war es, eine Lösung im Rahmen des Restrukturierungsprozesses noch vor Ablauf einer Frist am 24. August zu finden, wobei die genauen Bedingungen und Limits der Unterstützung weiterhin diskutiert wurden.
An der Börse notiert die Petrobras-Aktie heute bei 7,21 € und verzeichnet damit einen Rückgang von 0,5 %. Ungeachtet der kurzfristigen Kursbewegung weist das Papier seit Jahresbeginn eine starke Performance von 47 % auf. Derzeit notiert der Kurs rund 12 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 8,18 €, das Anfang Mai markiert wurde.
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