Pfizer, Aktie

Pfizer Aktie: Florida verklagt Konzern und Bourla

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 03:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Florida fordert Strafen wegen Impfstoffvermarktung; Pfizer weist die Vorwürfe zurück und meldet positive Phase-2-Daten zu Tilrekimig.

Bauhaus-Poster mit geometrischen Formen und Schriftzug PHARMA, Symbolbild für Pfizer Inc
Geometrisches Bauhaus-Poster mit dem Wort PHARMA visualisiert die Branche von Pfizer Inc., ISIN US7170811035, künstlerisch Illustration mit AI erstellt.

Der US-Bundesstaat Florida hat rechtliche Schritte gegen Pfizer und Konzernchef Albert Bourla eingeleitet. Attorney General James Uthmeier reichte gestern vor einem Gericht im St. Lucie County Klage ein.

Der Vorwurf lautet auf irreführende Vermarktung des COVID-19-Impfstoffs. Dem Pharmakonzern wird vorgehalten, bekannte Risiken wie Herzmuskelentzündungen verschleiert und unzureichend belegte Aussagen zur Verhinderung der Virusübertragung verbreitet zu haben.

Die Klageschrift zielt auf weitreichende Konsequenzen ab: Florida verlangt eine Unterlassungsverfügung, die Abschöpfung erzielter Gewinne sowie zivilrechtliche Strafen von 10.000 US-Dollar je Verstoß. Bei Schäden an Senioren oder Menschen mit Behinderung fordert der Bundesstaat bis zu 15.000 US-Dollar pro Fall.

Nach Angaben der Klägerseite setzte Pfizer rund 10 Milliarden US-Dollar für Werbemaßnahmen ein und erzielte weltweit mehr als 80 Milliarden US-Dollar an Impfstofferlösen. Zudem verweist die Klage auf Preiserhöhungen im Jahr 2023, als der Abgabepreis pro Dosis von rund 30 auf 110 bis 130 US-Dollar angehoben wurde.

Konzern weist Vorwürfe zurück

Pfizer wies die Anschuldigungen zurück und kündigte an, sich vor Gericht zu verteidigen. Für den Konzern kommt das Verfahren nicht überraschend, reiht sich jedoch in eine Reihe politisch aufgeladener Auseinandersetzungen um die Corona-Präparate ein. Zuvor hatte eine Grand Jury in Florida im Januar 2025 keine Anhaltspunkte für Gesetzesverstöße von Impfstoffherstellern festgestellt.

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger verhalten auf die juristische Gegenwehr. Das Papier ging gestern mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 25,02 Euro aus dem Handel. Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert die Aktie mit einem Abschlag von 2,0 Prozent weiterhin in Reichweite ihres 52-Wochen-Hochs von 25,54 Euro.

Fortschritte in der klinischen Entwicklung

Parallel zu den juristischen Belastungen treibt der Pharmakonzern die Erneuerung seiner Produktpipeline voran. Auf dem EADV-Kongress präsentierte das Unternehmen gestern detaillierte Phase-2-Ergebnisse für den experimentellen trispezifischen Antikörper Tilrekimig zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis. Der Wirkstoff erreichte in der Untersuchung den primären Endpunkt.

In Woche 16 erzielten bei einer Dosis von 450 Milligramm alle zwei Wochen 62,5 Prozent der Behandelten eine mindestens 75-prozentige Verbesserung des Hautbilds (EASI-75), verglichen mit 19,9 Prozent in der Placebogruppe.

Bei monatlichen Gaben von 50, 200 und 400 Milligramm lagen die EASI-75-Raten zwischen 47,8 und 61,0 Prozent, während die Vergleichsgruppe 9,1 Prozent erreichte. Behandlungsbedingte schwere Nebenwirkungen traten nach Unternehmensangaben nicht auf.

Nach dem Erreichen der Phase-2-Ziele treibt der Konzern nun zulassungsrelevante Studien voran. Neben Phase-3-Prüfungen bei Neurodermitis und Asthma läuft für Tilrekimig auch eine Phase-2b/3-Studie zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Solche Entwicklungserfolge sind für Pfizer von hoher Bedeutung, um künftige Patentabläufe im bestehenden Portfolio auszugleichen. Der nächste reguläre Meilenstein für Investoren folgt Anfang November: Am 3. November 2026 legt der Vorstand die Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal vor.

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