Pfizer, Aktie

Pfizer Aktie: Vaxcyte greift Prevnar 20 an

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 06:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vaxcytes Studienerfolg verschĂ€rft den Wettbewerb fĂŒr Prevnar 20, wĂ€hrend Pfizer sein GeschĂ€ft auf neue Wachstumsfelder ausrichtet.

Moderner Architektur-Render eines unbeschrifteten Glas-Hochhauses, Symbolbild fĂŒr Pfizer Inc
Architektur-Render eines modernen Glas-Hochhauses steht sinnbildlich fĂŒr Pfizer Inc., ISIN US7170811035, Pharma-Konzern Illustration mit AI erstellt.

Erfolgreiche Studiendaten eines Wettbewerbers sorgen bei Pfizer fĂŒr neue Unruhe im Impfstoffsegment. Der Konkurrent Vaxcyte legte ĂŒberzeugende Phase-3-Ergebnisse fĂŒr seinen Impfstoffkandidaten VAX-31 vor, der direkt gegen Pfizers etabliertes PrĂ€parat Prevnar 20 antritt.

Das Analysehaus Jefferies beziffert das Volumen dieses Marktes fĂŒr Pneumokokken-Impfstoffe auf drei bis sechs Milliarden US-Dollar. FĂŒr Pfizer trifft der Vorstoß eine tragende SĂ€ule des GeschĂ€fts, wĂ€hrend der Konzern gleichzeitig den Übergang weg von den rĂŒcklĂ€ufigen COVID-Erlösen bewĂ€ltigen muss.

Angriff auf das Prevnar-Franchise

In der Phase-3-Studie OPUS-1 erreichte VAX-31 alle primÀren Endpunkte bei Erwachsenen ab 50 Jahren. Bei sÀmtlichen 20 Serotypen, die sich das Mittel mit Pfizers Prevnar 20 teilt, wurde eine Nichtunterlegenheit nachgewiesen.

Bei zusĂ€tzlichen Serotypen zeigte der Kandidat zudem eine Überlegenheit. Vaxcyte plant nach weiteren StudienzulĂ€ufen einen Zulassungsantrag fĂŒr die erste JahreshĂ€lfte 2028.

Am Markt hinterließ die Erfolgsmeldung der Konkurrenz spĂŒrbare Spuren. An den US-Börsen geriet der Kurs unter Abgabedruck, und im europĂ€ischen Handel schloss die Pfizer-Aktie gestern bei 24,42 Euro mit einem Minus von 1,1 Prozent. Trotz des jĂŒngsten RĂŒcksetzers verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Plus von 15 Prozent.

Umbau jenseits der Pandemie-UmsÀtze

Der wachsende Wettbewerbsdruck fĂ€llt in eine Phase, in der Pfizer das Portfolio nach dem Boom der Pandemiejahre neu ausrichtet. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Pharmaunternehmen einen Umsatz von 15,03 Milliarden US-Dollar und ĂŒbertraf mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,77 US-Dollar die Markterwartungen. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie in der Spanne von 2,80 bis 3,00 US-Dollar an.

Um kĂŒnftige PatentablĂ€ufe und Marktanteilsverluste abzufedern, setzt der Konzern verstĂ€rkt auf die Onkologie und Dermatologie. JĂŒngste Phase-3-Studiendaten zum Wirkstoff Litfulo bei der Hauterkrankung Vitiligo sollen globale ZulassungsantrĂ€ge vorbereiten. Zudem stĂŒtzen Daten aus der Krebsforschung, wie etwa bei Padcev im Bereich Blasenkrebs, die mittelfristigen WachstumsplĂ€ne.

Analysten bleiben vorerst abwartend

Die Mehrheit der Marktbeobachter reagiert zurĂŒckhaltend auf die Gemengelage aus neuem Wettbewerb und Pipeline-Fortschritten. Der Analystenkonsens stuft den Titel ĂŒberwiegend mit „Hold“ ein, bei 14 Halteempfehlungen, fĂŒnf Kaufempfehlungen und zwei Verkaufsempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 28,39 US-Dollar.

Ob die neuen Entwicklungsprojekte ausreichen werden, um den drohenden Druck auf etablierte Blockbuster wie Prevnar 20 langfristig auszugleichen, wird die kĂŒnftige Bewertung maßgeblich bestimmen.

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