Pfizer Aktie: Verlust trotz besserer Prognose
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 14:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartalsverlust und trotzdem eine angehobene Umsatzprognose – bei Pfizer passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Pharmakonzern hat am Dienstag vor Handelsbeginn Zahlen vorgelegt, die genau diesen scheinbaren Widerspruch offenbaren. Der Grund liegt in einer milliardenschweren Abschreibung, die das operative Bild überlagert.
Abschreibung reißt Loch in die Bilanz
Im zweiten Quartal rutschte Pfizer in einen Nettoverlust von 248 Millionen Dollar beziehungsweise 0,04 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte noch ein Gewinn von 2,91 Milliarden Dollar oder 0,51 Dollar je Aktie zu Buche gestanden. Verantwortlich für den Umschwung ist eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar.
Auf bereinigter Basis sieht die Lage deutlich stabiler aus. Der Adjusted-Gewinn lag mit 4,44 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau, das bereinigte Ergebnis je Aktie kam auf 0,77 Dollar nach 0,78 Dollar im Vorjahr. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 15,03 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Getragen wurde das Wachstum von Produkten wie Eliquis, Padcev, der Vyndaqel-Familie und Lorbrena. Die rückläufigen Erlöse aus dem Covid-Geschäft bremsten den Trend, konnten das Gesamtbild aber nicht kippen.
Prognose angehoben, Covid-Geschäft gestutzt
Für das laufende Geschäftsjahr hebt Pfizer die Umsatzprognose am unteren Ende an. Der Konzern erwartet nun 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar, nach zuvor 59,5 bis 62,5 Milliarden Dollar. Grund dafür ist die bessere Entwicklung der Nicht-Covid-Produkte, die um rund 1,5 Milliarden Dollar über den ursprünglichen Erwartungen liegt.
Im Gegenzug kappt das Unternehmen seine Erwartung für die Covid-Produkte – Impfstoff und das antivirale Mittel Paxlovid – auf etwa 4 Milliarden Dollar, nachdem zuvor rund 5 Milliarden Dollar veranschlagt waren. Die Gewinnspanne je Aktie bleibt unverändert bei 2,80 bis 3,00 Dollar. Zusätzlich kündigte Pfizer weitere Effizienzmaßnahmen an, die zwischen 2027 und 2029 Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar bringen sollen.
Im vorbörslichen Handel reagierte die Aktie mit einem leichten Plus auf rund 25 Dollar. Das eigentliche Interesse der Anleger dürfte sich in den kommenden Monaten auf die Pipeline richten – insbesondere auf die im Rahmen der Metsera-Übernahme hinzugewonnenen Adipositas-Wirkstoffe und anstehende Daten zu einer Kombination aus GLP-1-Injektion und Amylin-Wirkstoff. Diese Projekte sollen die Lücke schließen, die schwindende Covid-Erlöse und auslaufende Patente hinterlassen.
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