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Pinduoduo Aktie: Temu lenkt in Brüssel ein

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Temu muss binnen vier Monaten eine neue Risikobewertung erstellen; die EU-Kommission akzeptierte den Maßnahmenplan zur Einhaltung des Digital Services Act.
Moderne Büroarchitektur bei Dämmerung als Symbol für internationalen E-Commerce und regulatorische Rahmenbedingungen. Illustration mit AI erstellt.

Die EU-Kommission hat den Aktionsplan von Temu zur Einhaltung des Digital Services Act akzeptiert. Damit entspannt sich ein Streit, der die Konzerntochter von Pinduoduo seit 2024 begleitet. Die Plattform muss nun zeigen, dass ihre Zusagen mehr sind als Papier.

Strafe im Mai, Zugeständnisse jetzt

Im Mai hatte Brüssel eine Geldstrafe von 200 Millionen Euro gegen Temu verhängt. Die Begründung: Für europäische Verbraucher bestehe eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, auf der Plattform auf illegale Waren zu stoßen. Die Risikobewertung des Unternehmens aus dem Jahr 2024 habe den Standards des Regelwerks nicht entsprochen.

Temu hielt dagegen. Die Untersuchung beziehe sich auf eine zurückliegende Prüfung und spiegele den aktuellen Zustand der Systeme nicht wider.

Jetzt liegt ein Plan auf dem Tisch, den die Kommission billigt. Temu will die Moderation von Inhalten überprüfen und untersuchen, inwiefern die eigene Empfehlungssoftware die Verbreitung illegaler Waren begünstigen kann.

Eine plattformspezifische Risikoanalyse gehört ebenso dazu wie verlässliche Kennzahlen, die messen sollen, wie wirksam das Risiko gesenkt wird. Auch Verkäufer, die Funktionen der Plattform ausnutzen, um problematische Angebote zu verbreiten, rücken in den Fokus.

Vier Monate für die neue Risikobewertung

Der Zeitplan ist eng. Temu hat nach Angaben der Kommission vier Monate Zeit für eine neue vorläufige Risikobewertung. Sie soll einen Zeitraum von sechs Monaten abdecken. Ein Unternehmenssprecher begrüßte die Genehmigung und verwies auf eine deutlich weiterentwickelte Methodik seit 2024.

Dass Temu die Behörden bei der Compliance mitnimmt, zeigt auch eine weitere Meldung vom Montag. In Spanien hat die Plattform eine Vereinbarung mit der Recyclingorganisation Recyclia geschlossen. Sie soll Verkäufern helfen, ihre Pflichten bei Elektrogeräten und Batterien zu erfüllen, von Registrierung über Berichte bis zu Gebühren.

Verbraucher erhalten Zugang zu offiziellen Sammelstellen. Nach Unternehmensangaben bestehen europaweit bereits Partnerschaften mit mehr als 60 zugelassenen Rücknahmesystemen.

Für den Mutterkonzern ist das Signal zweischneidig. Die Einigung nimmt Druck aus dem Regulierungsstreit in einem Markt, den Temu erst 2024 für europäische Verkäufer geöffnet hat. Die Auflagen bleiben jedoch bestehen und dürften Kosten verursachen. Nach Ablauf der viermonatigen Frist, also Ende Februar 2027, muss Temu die neue Risikobewertung vorlegen.

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