Planethic, Aktie

Planethic Aktie: Insolvenzverfahren seit 25. Juni

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 14:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Planethic Group kämpft mit einem laufenden Insolvenzverfahren und abgesagter Gläubigerversammlung. Der Aktienkurs fällt weiter.

Planethic Group Aktie: Kursrutsch nach Insolvenzantrag und Anleihe-Absage
Ein einsamer Stuhl in einem dunklen Büro vor einem Fenster während eines Sturms als Symbol für Unternehmensinsolvenz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Lage für die Aktionäre der Planethic Group AG spitzt sich weiter zu. Am gestrigen Montag meldete die Tradegate Exchange für die im Freiverkehr gelisteten Papiere des Unternehmens eine Handelsunterbrechung beziehungsweise führte den Wert lediglich mit unverbindlichen Taxen. Am heutigen Dienstag setzt sich der massive Abwärtsdruck fort: Die Aktie verliert im laufenden Geschäft 12,23 % an Wert und notiert bei 1,40 €. Damit setzt das Papier die negative Serie der vergangenen Wochen ungebremst fort.

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung läuft

Ausschlaggebend für die massive Verunsicherung am Markt ist die operative und finanzielle Schieflage des Unternehmens. Bereits am 25. Juni stellte die Gesellschaft beim zuständigen Amtsgericht Berlin einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Ziel dieses Prozesses ist es, über einen Insolvenzplan die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern und eine umfassende Sanierung einzuleiten.

Trotz der rechtlich schwierigen Situation gibt es für die Angestellten des Unternehmens eine vorübergehende Sicherheit. Medienberichten zufolge sind die Entgeltansprüche der Beschäftigten für den gesetzlich vorgesehenen Zeitraum über das Insolvenzgeld abgesichert. Dies verschafft der Geschäftsführung im Rahmen der Eigenverwaltung einen gewissen Spielraum, um den operativen Betrieb während der Ausarbeitung des Sanierungsplans aufrechtzuerhalten, während das Gericht das Verfahren prüft.

Absage der Gläubigerversammlung belastet zusätzlich

Die finanziellen Probleme strahlen auch massiv auf die Fremdkapitalgeber aus. Eine für den 21. Juli einberufene zweite Gläubigerversammlung der Inhaber der 10 Millionen Euro schweren Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A254NF5) musste offiziell abgesagt werden. Das Wertpapier ist mit einem Zinssatz von 7,5 % ausgestattet und sollte ursprünglich über geplante Zinsstundungen stabilisiert werden.

Wie BondGuide berichtet, machte das Unternehmen die veränderte Rechtslage infolge des laufenden Insolvenzantrags für die Absage verantwortlich. Eine sachgerechte Beschlussfassung über die Stundungen sei unter den derzeitigen Bedingungen rechtlich nicht möglich. Damit bleibt die Zukunft der Anleihegläubiger im Rahmen der angestrebten Restrukturierung vorerst ungewiss, was den Druck auf die gesamte Kapitalstruktur des Konzerns erhöht.

Bereits die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2025, die das Unternehmen in einer Investorenpräsentation offenlegte, deuteten auf die kommenden Schwierigkeiten hin. Der Umsatz sank in diesem Zeitraum auf 2,0 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 7,0 Millionen Euro erzielt worden waren. Zudem wies die Gesellschaft einen Periodenüberschuss von 23,7 Millionen Euro aus. Das Vertrauen der Investoren scheint weitgehend aufgebraucht: Die Aktie liegt gegenwärtig 92,16 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von etwa 20,00 Euro, das am 30.07.2025 markiert wurde.

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