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Platin: WPIC erwartet 265.000 Unzen Überschuss

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 19:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der WPIC erwartet 2026 einen Platinüberschuss von 265.000 Unzen. ETF-Verkäufe und schwächere Schmucknachfrage belasten den Markt.

Platinmarkt 2026: ETF-Abflüsse führen zu erwartetem Überschuss
Glänzende Platinbarren auf einem dunklen industriellen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Der weltweite Platinmarkt erlebt im laufenden Jahr einen deutlichen Umschwung. Laut dem World Platinum Investment Council (WPIC) wird für 2026 ein Marktüberschuss von rund 265.000 Unzen erwartet.

Dieser Überhang ist jedoch weder auf eine plötzliche Ausweitung der Minenproduktion noch auf einen breiten Einbruch der Nachfrage zurückzuführen. Ausschlaggebend sind vor allem massive ETF-Verkäufe vor dem Hintergrund makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheit.

ETF-Verkäufe und schwächere Schmucknachfrage

Medienberichten zufolge trennten sich Anleger allein im zweiten Quartal von börsengehandelten Fonds im Umfang von rund 234.000 Unzen Platin. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der WPIC mit Netto-Desinvestitionen von 83.000 Unzen.

Zugleich ging die Nachfrage im Schmucksektor unter dem Druck des chinesischen Marktes um 15 Prozent zurück. Der Bedarf aus industriellen Anwendungen konnte um 5 Prozent zulegen.

Die veränderten Marktbedingungen spiegeln sich auch in den Erwartungen der Banken wider. Die Analysten der UBS senkten am 9. September ihre Preisprognosen für Platin. Das Haus begründete diesen Schritt mit der schwachen Investmentnachfrage, die das Gesamtjahr in ein Überangebot kippen lassen könnte.

Am Freitag schloss der Platinpreis am Terminmarkt bei 1.804,60 USD je Feinunze, ein Tagesgewinn von 1,7 Prozent. Seit Jahresanfang verzeichnet das Edelmetall jedoch einen Rückgang von 11 Prozent.

Die Einschätzungen in der Branche gehen derweil auseinander. Begründet wird dies mit einer sinkenden Förderung in Südafrika sowie schrumpfenden Lieferungen aus Russland.

Trotz der unterschiedlichen Prognosen für die Jahresbilanz bleibt das Sicherheitspolster des Marktes gering. Laut WPIC reichen die weltweiten oberirdischen Bestände zum Jahresende lediglich aus, um die globale Nachfrage von 3,4 Monaten zu decken.

Zusätzlichen Schub verzeichneten im zweiten Quartal neue Technologien, während zugleich die Bedeutung des Metalls für die Infrastruktur von Rechenzentren wächst.

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