Platin, WPIC

Platin: WPIC erwartet 297.000 Unzen Defizit

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Platin verteuert sich auf 1.899,30 USD, während ein weiteres Defizit erwartet wird und Sibanye-Stillwater höhere Halbjahresgewinne in Aussicht stellt.

Platin steigt auf 1.899 USD: Defizit und Sibanye-Gewinn im Fokus
Ein glänzender Platinbarren auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Platinmarkt zeigt am heutigen Freitag eine deutliche Dynamik. Während sich das Edelmetall in den vergangenen Tagen einer Bodenbildung unterzog, unterstreichen aktuelle Prognosen und Unternehmensberichte eine angespannte Angebotslage. Der Preis für Platin stieg heute um 2,3 % auf 1.899,30 USD. Damit rückt das Metall wieder stärker in den Fokus der Anleger, die auf eine Fortsetzung des strukturellen Defizits setzen.

Viertes Defizitjahr in Folge erwartet

Die fundamentalen Rahmenbedingungen für Platin bleiben durch eine anhaltende Unterversorgung geprägt. Der World Platinum Investment Council (WPIC) prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 das vierte Marktdefizit in Folge.

Mit einer erwarteten Lücke von 297.000 Unzen sinken die oberirdischen Bestände weiter auf ein Niveau von 1,747 Millionen Unzen. Zwar könnten Abflüsse aus Platin-ETFs und Bestandsreduzierungen in Lagern die Bilanz rechnerisch in einen Überschuss kippen, doch der physische Markt zeigt sich weiterhin eng.

In den vorangegangenen Handelstagen stand der Kurs noch unter Druck und fiel zeitweise auf Niveaus um 1.826 USD zurück. Die heutige Erholung markiert einen deutlichen Stimmungsumschwung. Das Metall notiert aktuell rund 40 % über seinem 52-Wochen-Tief von 1.356,40 USD, das am 28. August des vergangenen Jahres verzeichnet wurde.

Sibanye-Stillwater meldet deutliche Gewinnsteigerung

Die angespannte Marktsituation spiegelt sich auch in den Ergebnissen der großen Produzenten wider. Sibanye-Stillwater veröffentlichte einen operativen Zwischenbericht für das am 30. Juni endende Halbjahr 2026. Das Unternehmen erwartet einen massiven Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie (HEPS) auf eine Spanne zwischen 571 und 631 südafrikanischen Cent. Dies entspricht einer Verbesserung von mehr als 200 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Maßgeblich für diesen Gewinnsprung war die Performance der südafrikanischen PGM-Betriebe (Platinum Group Metals), die von einem um 67 % gestiegenen Korbpreis profitierten. Auch im US-Segment stieg der Preis für den PGM-Mix um 70 %.

Die Produktion in den USA war hingegen leicht rückläufig und sank um 2 % auf 137.930 Unzen, während die Betriebskosten um 12 % auf 1.347 USD pro Unze stiegen. Ein herausragendes Wachstum verzeichnete Sibanye-Stillwater im Recycling-Bereich, wo die verarbeitete Menge um 142 % auf 2,79 Millionen Unzen zunahm.

Edelmetallsektor profitiert von schwächerem US-Dollar

Platin bewegt sich derzeit in einem insgesamt freundlichen Umfeld für Sachwerte. Gold erreichte am Mittwoch Niveaus von über 4.700 USD, getrieben durch Sorgen um die globale Staatsverschuldung und angekündigte Anleiherückkäufe des US-Finanzministeriums, die den Dollar schwächten. Auch Silber konnte im Monatsverlauf um rund 18 % zulegen und notierte zuletzt knapp unter der Marke von 70 USD.

Zusätzliche Impulse kommen von der konjunkturellen Seite. In der Eurozone verbesserte sich die Wirtschaftsstimmung im August den vierten Monat in Folge, und das DIW-Konjunkturbarometer für Deutschland stieg deutlich auf 96,4 Punkte.

Diese Stabilisierung der Industriekonjunktur könnte die Nachfrage nach Platin, das unter anderem in der Automobilindustrie und für industrielle Anwendungen benötigt wird, weiter stützen.

Anleger warten nun auf weitere Hinweise zur Geldpolitik, insbesondere auf die anstehenden Reden von Vertretern der US-Notenbank Federal Reserve, um die künftige Zinsentwicklung und deren Einfluss auf den Rohstoffmarkt abzuschätzen.

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