Pop, Mart

Pop Mart: Übersee-Umsatz fällt erstmals um 11,1 Prozent

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 03:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pop Mart steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr, verzeichnet jedoch erstmals sinkende Erlöse im internationalen Geschäft. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm soll die Anleger beruhigen.

Pop Mart Halbjahreszahlen: Gewinnwachstum, aber erstmaliger Rückgang im Auslandsgeschäft
Abstrakte Darstellung moderner Einzelhandelsregale in einer gehobenen Boutique-Umgebung mit Fokus auf Markttrends. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der chinesische Spielwarenhersteller Pop Mart International hat am Dienstag seine Halbjahreszahlen für das laufende Jahr vorgelegt und damit ein gemischtes Echo am Markt ausgelöst.

Zwar konnte das Unternehmen beim Gesamtumsatz und dem Gewinn zulegen, doch die ersten Risse in der internationalen Expansionsstrategie und eine vorsichtige Prognose des Managements belasten die Stimmung der Anleger. Um dem entgegenzuwirken, kündigte der Konzern ein massives Aktienrückkaufprogramm an.

Starke Kontraste zwischen China und Übersee

In der ersten Jahreshälfte 2026 steigerte Pop Mart seinen Gruppenumsatz um 23,8 Prozent auf 17,17 Milliarden RMB. Der bereinigte Nettogewinn kletterte im gleichen Zeitraum um 9,5 Prozent auf 5,16 Milliarden RMB.

Besonders das Kerngeschäft in China erwies sich als robust: Hier sprang der Umsatz um 47,3 Prozent auf 12,20 Milliarden Yuan nach oben, was mittlerweile 71 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.

Dem gegenüber steht jedoch eine deutliche Abkühlung im internationalen Geschäft. Der Übersee-Umsatz sank um 11,1 Prozent auf 4,97 Milliarden RMB – dies markiert den ersten Rückgang in diesem Segment überhaupt. In den USA und Amerika fielen die Erlöse sogar um 16,5 Prozent, während die Region Asien-Pazifik ein Minus von 9,7 Prozent verzeichnete.

Einzig in Europa konnte Pop Mart ein leichtes Wachstum von 5,9 Prozent auf rund 505,7 Millionen RMB erzielen. Belastet wurde das Ergebnis zudem durch erhebliche Wechselkursverluste in Höhe von 720 Millionen RMB.

Labubu-Hype kühlt ab – Twinkle Twinkle übernimmt

Ein kritischer Blick auf das Produktportfolio zeigt eine Verschiebung bei den tragenden Marken (Intellectual Properties, IPs). Die jahrelang boomende Serie „The Monsters“, bekannt für den Charakter Labubu, verzeichnete einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent auf 4,45 Milliarden RMB. Da diese Serie rund 26 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, wiegt die Schwäche in diesem Bereich schwer.

Gleichzeitig versucht das Unternehmen, die Abhängigkeit von einzelnen Top-Marken zu verringern. Die Linie „Twinkle Twinkle“ entwickelte sich mit einem Umsatzsprung von 580,6 Prozent auf 2,65 Milliarden Yuan zum neuen Hoffnungsträger.

Auch das Segment Plüschspielzeug wuchs kräftig um 60 Prozent und trägt nun mit 9,82 Milliarden RMB bereits über die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Dennoch zeigte sich die Bruttomarge mit 69,7 Prozent leicht rückläufig gegenüber dem Vorjahreswert von 70,3 Prozent.

Milliarden-Rückkauf gegen den Kursverfall

CEO Wang Ning dämpfte die Erwartungen für das restliche Jahr deutlich. Er erklärte im Rahmen der Bilanzvorstellung, dass das ursprünglich ausgegebene Jahresziel eines Wachstums von 20 Prozent unter den aktuellen Bedingungen nur schwer erreichbar sein dürfte.

Als Reaktion auf den Kursdruck und zur Signalisierung von Zuversicht kündigte Wang ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zwei bis fünf Milliarden Yuan an, das innerhalb der nächsten sechs Monate umgesetzt werden soll.

Die Analysten von Citi reagierten bereits auf die veränderten Rahmenbedingungen und senkten ihr Kursziel für das Papier. Das Unternehmen betreibt derzeit weltweit 676 Filialen und über 2.800 sogenannte Robo Shops, sieht sich aber zunehmend mit einem intensiven Wettbewerb und regulatorischen Hürden in ausländischen Märkten konfrontiert.

An der Börse bleibt die Lage angespannt: Das Papier ging gestern bei 17,00 Euro aus dem Handel und liegt damit seit Jahresbeginn rund 18 Prozent im Minus, konnte sich aber immerhin 10 Prozent über dem 52-Wochen-Tief stabilisieren.

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