Precision BioSciences: PBGENE-HBV reduziert cccDNA
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 04:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Biotechnologieunternehmen Precision BioSciences hat am 6. August seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 präsentiert und dabei einen bedeutenden wissenschaftlichen Meilenstein in der Behandlung von Hepatitis B vermeldet.
Durch Biopsien konnte erstmals belegt werden, dass der Therapieansatz PBGENE-HBV in der Lage ist, die sogenannte cccDNA im Körper direkt anzugreifen und zu reduzieren. Diese Nachricht wird von einer stabilen Finanzlage flankiert, die laut Unternehmensangaben die operativen Meilensteine bis in das Jahr 2028 absichert.
Starke Cash-Position bis 2028 gesichert
In seinem aktuellen Finanzbericht wies das Unternehmen für das abgelaufene Quartal einen Nettoverlust von 32,7 Millionen US-Dollar aus, was einem Minus von 1,26 US-Dollar je Aktie entspricht.
Dieser Fehlbetrag resultierte laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC primär aus einer nicht zahlungswirksamen Neubewertung von Optionsverbindlichkeiten. Dem stand ein Umsatz von 0 US-Dollar gegenüber, was für Unternehmen in dieser klinischen Phase der Entwicklung nicht ungewöhnlich ist.
Die Liquiditätssituation bleibt jedoch robust. Zum 30. Juni 2026 verfügte Precision BioSciences über liquide Mittel und Barmittel mit Verfügungsbeschränkung in Höhe von 112,4 Millionen US-Dollar.
Zusätzlichen Spielraum verschaffte dem Unternehmen eine im April erhaltene Meilensteinzahlung von TG Therapeutics in Höhe von 7,5 Millionen US-Dollar, wovon 5,25 Millionen US-Dollar in bar und der Rest durch einen Aktienkauf beglichen wurden. Diese Mittel dienen der Finanzierung der klinischen Studien und sollen den Betrieb über die nächsten zwei Jahre hinaus sicherstellen.
Fortschritte bei Hepatitis B und Muskeldystrophie
Wissenschaftlich konzentriert sich das Interesse auf das Programm PBGENE-HBV. Im Rahmen der ELIMINATE-B-Studie lieferten Biopsiedaten den Nachweis für eine Reduktion der aus cccDNA stammenden Transkripte um eine logarithmische Stufe, wobei bei einem Patienten weniger als 1 % der ursprünglichen Last verblieb.
Zudem wurde bei allen auswertbaren Patienten ein anhaltender Verlust von pgRNA festgestellt. Diese Daten bestätigen frühere Erkenntnisse, die bereits auf dem EASL-Kongress im Mai präsentiert wurden und pgRNA als validen Biomarker für die Eliminierung von cccDNA etablierten.
Parallel zur Hepatitis-B-Forschung treibt das Unternehmen das Programm PBGENE-DMD zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie voran. Medienberichten zufolge hat die Rekrutierung für die Phase-1/2-Studie FUNCTION-DMD bereits begonnen.
Das Projekt profitiert von einer Einstufung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA, die dem Programm den Fast-Track-Status gewährt hat. Zudem ist das Vorhaben für ein spezielles Gutscheinprogramm für seltene pädiatrische Erkrankungen qualifiziert, das Anfang des Jahres durch den Consolidated Appropriations Act in den USA gesetzlich verankert wurde.
Management-Wechsel und Marktperformance
Flankiert wurden die operativen Neuigkeiten durch personelle Weichenstellungen an der Unternehmensspitze. Zum 1. August übernahm Alex Kelly die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer, nachdem er zuvor als Finanzvorstand tätig war. Sein Nachfolger als CFO wurde Naresh Tanna, der zuvor als Vizepräsident für Investor Relations fungierte.
An der Börse zeigte sich das Papier von den klinischen Fortschritten zuletzt unbeeindruckt, hält sich aber auf Jahressicht deutlich im Plus. Am Freitag legte der Kurs um 1,8 % zu und schloss bei 7,43 USD. Damit verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn einen Wertzuwachs von 79 %.
Trotz dieser starken Entwicklung notiert der Wert aktuell rund 23 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 9,62 USD, das die Aktie am 7. Juli markiert hatte. Mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 177,29 Millionen Euro bleibt das Unternehmen ein spezialisierter Akteur im Bereich der Gen-Editierung.
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