Primoris Services Aktie: Cashflow-Ziel gekappt
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 17:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rekordauftragsbestand auf der einen Seite, ein regelrechter Ergebniseinbruch auf der anderen: Bei Primoris Services klaffen operative Dynamik und BilanzrealitÀt im zweiten Quartal 2026 weit auseinander. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursrutsch von 5,7 Prozent auf 85,67 Dollar.
Margen brechen ein, Cashflow-Prognose halbiert
Der Umsatz sank im zweiten Quartal um 10,7 Prozent auf 1.688,2 Millionen Dollar, nach 1.890,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 24,2 Millionen Dollar â im Vorjahr hatte Primoris noch 84,3 Millionen Dollar Nettogewinn erzielt. Das bereinigte EBITDA brach um 92,6 Prozent auf lediglich 11,4 Millionen Dollar ein, die Bruttomarge fiel von 12,3 auf 4,9 Prozent.
Verantwortlich dafĂŒr sind laut CEO Koti Vadlamudi sechs Projekte im Bereich erneuerbare Energien mit erheblichen KostenĂŒberschreitungen. Der Cash-Effekt daraus summierte sich auf rund 200 Millionen Dollar. Zwei der betroffenen Projekte haben mittlerweile die mechanische Fertigstellung erreicht, drei weitere sollen im dritten Quartal folgen, das letzte bis Jahresende.
Die Konsequenz fĂŒr die Bilanz ist deutlich spĂŒrbar: Das Management senkte die Freie-Cashflow-Prognose fĂŒr 2026 von zuvor 350 bis 400 Millionen Dollar auf nur noch 150 bis 200 Millionen Dollar. Diese Anpassung fand sich nicht in der PrĂ€sentation selbst, wurde aber im Earnings-Call bestĂ€tigt und markiert eine der gewichtigsten Ănderungen der Quartalsmitteilung.
Energie-Segment reiĂt Löcher, Utilities halten dagegen
Die beiden GeschĂ€ftsbereiche entwickelten sich gegenlĂ€ufig. Das Utilities-Segment steigerte den Umsatz leicht auf 712,6 Millionen Dollar, musste aber ebenfalls Margendruck hinnehmen â die Bruttomarge fiel von 14,1 auf 11,9 Prozent. Deutlich schwerer wog der Einbruch im Energy-Segment: Der Umsatz sank um 19,2 Prozent auf 999,9 Millionen Dollar, aus einem operativen Gewinn von 92,6 Millionen Dollar wurde ein Verlust von 56,4 Millionen Dollar. Etwas Entlastung kam aus dem GasgeschĂ€ft und der im Mai 2026 abgeschlossenen PayneCrest-Ăbernahme, die im ersten vollen Quartal bereits rund 250 Millionen Dollar an neuen AuftrĂ€gen beisteuerte.
Auf der Auftragsseite bleibt das Bild deutlich freundlicher. Der Gesamtauftragsbestand kletterte zum 30. Juni 2026 auf 13,856 Milliarden Dollar, davon 8,2 Milliarden Dollar MSA-Backlog. Allein im Bereich Erdgas-Kraftwerke sicherte sich Primoris im Quartal AuftrĂ€ge ĂŒber rund 1,4 Milliarden Dollar, der entsprechende Projekt-Pipeline-Wert wuchs von rund 6 auf mehr als 8 Milliarden Dollar.
Jahresziel bleibt trotz RĂŒckschlags stehen
Trotz des schwachen Quartals hĂ€lt Primoris an der Jahresprognose fest: Ein bereinigtes EPS von 2,05 bis 2,60 Dollar und ein Adjusted EBITDA von 275 bis 325 Millionen Dollar sollen weiterhin erreicht werden. Damit setzt das Management fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte auf einen krĂ€ftigen Sprung â im dritten Quartal werden 90 bis 110 Millionen Dollar Adjusted EBITDA erwartet, im vierten Quartal 100 bis 120 Millionen Dollar. Die Verschuldung soll im dritten Quartal zunĂ€chst noch leicht steigen, bevor sie sich Richtung Jahresende bei einem VerhĂ€ltnis von etwa 1,5 zum EBITDA einpendelt und 2027 weiter Richtung 1,0 sinken soll.
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