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Procore Technologies Aktie: KI wandert auf die Baustelle

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Procore erprobt Sprachsteuerung und digitale Bauzwillinge; die Kooperation mit IBM zur Datenverbindung bleibt noch in Planung.
Moderne Baustelle bei Sonnenuntergang mit abstrakten digitalen KI-Visualisierungen. Illustration mit AI erstellt.

Procore räumt auf seiner Hausmesse Groundbreak 2026 in Orlando gleich drei Ankündigungen ab: eine Sprach-App für Bauarbeiter, eine vertiefte Kooperation mit NVIDIA und eine Zusammenarbeit mit IBM. Der Softwareanbieter will damit zeigen, dass seine KI-Strategie über Büro-Software hinausgeht.

Sprachassistent für die Baustelle

Herzstück ist Procore AI Go, eine mobile App, die per Sprache bedient wird. Bauteams stellen Fragen zu Plänen, Spezifikationen oder Anfragen an die Planer und erhalten gesprochene Antworten aus ihren Projektdaten. Eine Push-to-talk-Funktion soll Fehlauslösungen durch Baustellenlärm verhindern.

Die App läuft seit heute als offene Beta für Kunden in Nordamerika. Geplant sind weitere Funktionen: Bautagebücher und Mängelberichte sollen sich künftig per Gespräch und Bild erstellen lassen. Auch KI-Agenten, etwa für Bautagebuch und Arbeitssicherheit, sollen später folgen.

Parallel testet Procore gemeinsam mit Meta KI-Brillen, die Informationen freihändig abrufbar machen und Fotos aus der Ich-Perspektive aufnehmen. Diese Integration befindet sich in einer geschlossenen Beta. Zur Wirkung auf die Produktivität läuft zudem eine Studie mit dem Bauunternehmen Moss Construction.

NVIDIA und IBM erweitern das Ökosystem

Mit NVIDIA geht die Zusammenarbeit in die nächste Phase. Auf Basis der Omniverse-Bibliotheken entsteht ein digitaler Zwilling für Großprojekte. Teams können darin simulieren, wie Extremwetter, Lieferverzögerungen oder Maschineneinsatz den Bauablauf beeinflussen. Auch diese Funktion läuft erst in einer geschlossenen Beta.

Procore zielt dabei klar auf den Rechenzentrumsbau. Der Konzern verweist auf Investitionen von knapp sieben Billionen Dollar in Datacenter-Infrastruktur bis 2030. Der Betreiber Switch tritt als gemeinsamer Kunde auf. Bilddaten der zugekauften Drohnenplattform DroneDeploy sollen die Modelle mit der realen Baustelle abgleichen.

Mit IBM wiederum plant Procore eine Verbindung zu Maximo, der Software für das Anlagenmanagement. Ziel ist ein durchgängiger Datenfluss vom Bau bis zum Betrieb. Bislang gehen Informationen bei der Übergabe an die Betreiber oft verloren, weil Tabellen und Einzeldateien neu erfasst werden müssen. Die Integration ist ein Vorhaben, das Procore ausdrücklich unter Planungsvorbehalt stellt. Das Asset-Management-Produkt selbst ist bereits verfügbar.

Einordnung

Die Ankündigungen sind überwiegend Beta-Projekte und noch keine Umsatzbringer. Strategisch passen sie zusammen: Procore will vom Verwalter von Bauprojekten zur KI-Plattform werden, die Planung, Baustelle und Betrieb verknüpft. Konkrete Umsatzziele nannte das Unternehmen für die neuen Produkte nicht. Als nächste harte Marke gelten daher die Verfügbarkeit der Beta-Funktionen und der Fortgang der Studie mit Moss Construction.

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