Progress Software Aktie: Domo treibt die Prognose
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 00:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Progress Software hat im dritten GeschĂ€ftsquartal den Gewinn je Aktie auf 1,69 Dollar gesteigert und die Markterwartung von 1,52 Dollar klar ĂŒbertroffen. Den Umsatz von 246,0 Millionen Dollar verfehlte das Unternehmen knapp. Im nachbörslichen Handel gab die Aktie dennoch nach, offenbar wegen des Ausblicks, der stark von der Domo-Ăbernahme geprĂ€gt ist.
Margen und Cashflow ĂŒberzeugen
Die GewinnĂŒberraschung stammt vor allem von der Kostenseite. Die operativen Ausgaben sanken um rund sechs Prozent, die operative Marge stieg um 300 Basispunkte auf 43 Prozent. Der jĂ€hrlich wiederkehrende Umsatz (ARR) erreichte 873 Millionen Dollar und wuchs wĂ€hrungsbereinigt um gut ein Prozent.
Stark fiel der Cashflow aus. Der bereinigte freie Cashflow kletterte seit Jahresbeginn um 44 Prozent auf 265 Millionen Dollar. Die Forderungslaufzeit sank auf 42 Tage, nach 55 Tagen im Vorjahresquartal. Die Nettoverschuldung liegt bei rund 1,1 Milliarden Dollar, der Verschuldungsgrad bei etwa dem 2,7-Fachen.
Die Aktie schloss regulĂ€r bei 39,97 Dollar, nachbörslich rutschte sie um gut zwei Prozent ab. Von Panik kann keine Rede sein, ZurĂŒckhaltung zeigt die Reaktion aber.
Domo verÀndert die Rechnung
Kurz nach Quartalsende schloss Progress den Kauf von Domos KI- und DatenplattformgeschĂ€ft ab. Der Kaufpreis betrug 400 Millionen Dollar in bar, finanziert ĂŒber die Kreditlinie. Das Management verweist auf eine gĂŒnstige Bewertung: etwa das 1,4-Fache des Umsatzes und das 3,5-Fache des bereinigten EBITDA.
Die Prognose fĂŒr das Gesamtjahr steigt entsprechend. Progress erwartet nun einen Umsatz zwischen 1,044 und 1,052 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 6,15 bis 6,23 Dollar. FĂŒr das vierte Quartal liegt die Umsatzspanne bei 297 bis 305 Millionen Dollar, weil Domo rund zwei Monate beitrĂ€gt.
DÀmpfer gibt es beim Blick auf 2027. Domo soll dann nur mit einer operativen Marge von knapp 30 Prozent laufen, die Konzernmarge könnte auf 36 bis 37 Prozent sinken. Hinzu kommen zusÀtzliche Zinskosten von etwa 21 Millionen Dollar.
Zudem erwartet das Management, dass Domos Umsatz von derzeit rund 300 Millionen auf 280 bis 290 Millionen Dollar schrumpft, weil Kunden mit klassischen SitzplatzvertrÀgen abwandern oder wechseln.
Integration als Aufgabe
Gelingt die Integration bis Ende des GeschÀftsjahres 2027, soll Domo jÀhrlich deutlich mehr als 100 Millionen Dollar EBITDA beisteuern. Cross-Selling-Effekte sind in den Zielen nicht enthalten. Die Börse muss bis dahin mit sinkenden Margen leben.
Produktseitig liefert Progress bereits: Heute erschien die Septemberversion der Domo-Plattform mit neuen KI- und ETL-Funktionen. Die formale Prognose fĂŒr 2027 will das Unternehmen im Januar vorlegen.
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