Prosafe, Aktie

Prosafe Aktie: Tightester Markt seit Jahren

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 11:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Prosafe verbessert im zweiten Quartal 2026 Umsatz und EBITDA, senkt den Verlust und erhöht zugleich die Jahresprognose auf 50 bis 55 Millionen Dollar.

Prosafe Aktie: EBITDA verdreifacht sich, Notos-Vertrag treibt Ausblick
Industrielle Offshore-Ölplattform vor einem dramatischen Sonnenuntergang über dem Meer. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Prosafe hat seine Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt — und die Botschaft ist klar: Der Markt für Offshore-Unterkunftsschiffe ist so eng wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Das norwegische Unternehmen profitiert davon spürbar, auch wenn der Aktienkurs bei 0,09 Dollar noch wenig Aufregung verrät.

Das EBITDA verdreifachte sich im Jahresvergleich auf 9,7 Millionen Dollar, der Umsatz stieg um 50,5 Prozent auf 46,5 Millionen Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte deutlich von 23,9 auf 6,1 Millionen Dollar. Prosafe bleibt damit zwar in den roten Zahlen, die Richtung stimmt aber.

Notos-Vertrag als Wendepunkt

Der eigentliche Kurstreiber liegt in der Zukunft: Ab dem 1. September wechselt das Schiff Safe Notos in einen neuen Vertrag mit Petrobras — die Tagesrate springt von 75.000 auf 140.000 Dollar, ein Plus von 75 Prozent über eine Laufzeit bis Ende 2029. Ähnliche Aufschläge erwartet das Management für die Schiffe Safe Eurus und Safe Zephyrus, deren Verträge 2027 auslaufen.

Die Flottenauslastung lag im Quartal bei 71 Prozent, gedrückt durch planmäßige Sonderinspektionen an zwei Schiffen. Für das dritte und vierte Quartal rechnet Prosafe mit einer Normalisierung auf rund 80 Prozent. Der Auftragsbestand liegt bei 407 Millionen Dollar, davon 369 Millionen fest kontrahiert.

Prosafe hob die EBITDA-Prognose für 2026 auf eine Spanne von 50 bis 55 Millionen Dollar an, nach zuvor 45 bis 55 Millionen Dollar. Als Gründe nannte das Management die termingerecht abgeschlossenen Schiffsinspektionen, die starke Performance des in Australien eingesetzten Schiffs Safe Boreas sowie die bevorstehende Ratenerhöhung bei Safe Notos.

Bilanz deutlich entschärft

Die Kapitalstruktur hat sich seit der Rekapitalisierung im dritten Quartal 2025 sichtbar stabilisiert. Die Eigenkapitalquote kletterte von minus 11 Prozent auf 27 Prozent, die Nettoverschuldung sank auf 247 Millionen Dollar. Das Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA fiel von 18,0 auf 4,0 — ein Fortschritt, der dem Unternehmen mehr finanziellen Spielraum verschafft.

Der operative Cashflow war mit minus 14,2 Millionen Dollar zwar negativ, das Management führt dies aber auf Zahlungstiming rund um die Schiffsinspektionen zurück und erwartet eine Normalisierung in der zweiten Jahreshälfte.

Mittelfristig peilt Prosafe ein EBITDA-Potenzial von 90 bis 100 Millionen Dollar ab 2028 an, sollte die Flotte zu aktuellen Marktraten von rund 140.000 Dollar pro Tag neu verhandelt werden. Bei diesem Niveau würde sich die Verschuldungskennziffer auf etwa 2,6 anziehen.

Das Management verwies zudem auf Wiederbeschaffungskosten von 1,0 bis 1,25 Milliarden Dollar pro Schiff — ein Betrag, der Neubauten der Konkurrenz nach eigener Einschätzung unattraktiv macht und die angespannte Angebotslage zementiert.

Für die kommenden Monate rechnet CEO Rhys McNeel mit weiterer Vertragsaktivität bei den Schiffen Safe Eurus und Safe Zephyrus — nach eigenen Angaben in einem Zeitrahmen von "Wochen bis Monaten". Ob sich daraus tatsächlich neue Verträge zu den aktuell hohen Marktraten ergeben, dürfte über die nächsten Quartale sichtbar werden.

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