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Qualcomm Aktie: Amazon zückt Warrant über 60 Milliarden

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 21:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Qualcomm und AWS entwickeln KI-Chips sowie optische Technik. Ein Aktien-Warrant über 60 Milliarden US-Dollar bleibt an Bestellungen gebunden.

Fotorealistischer Nahaufnahme eines generischen ungebrandeten mobilen System-on-Chip-Prozessors auf einer Leiterplatte mit sichtbaren Kupferleiterbahnen und Lötstellen
Qualcomm US7475251036 zeigt fotorealistischen mobilen Prozessor auf dunkler moderner Leiterplatte mit Kupferleiterbahnen Illustration mit AI erstellt.

Qualcomm springt am Dienstag kräftig nach oben. Auslöser ist eine mehrere Chip-Generationen umspannende Partnerschaft mit Amazon, die den Chiphersteller tief in das Geschäft mit KI-Rechenzentren katapultiert. An der NASDAQ zog die Aktie zeitweise über sechs Prozent an.

Amazon holt sich Zugriff auf Qualcomm-Chips – und auf Qualcomm-Aktien

Kern der Vereinbarung: Qualcomm entwickelt gemeinsam mit AWS kundenspezifische Halbleiter für KI-Inferenz sowie optische Verbindungstechnik mit Übertragungsraten von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde.

CEO Cristiano Amon begründete den Schritt damit, dass die wachsende KI-Nachfrage gleichzeitig Fortschritte bei Rechenleistung und Konnektivität erfordere. Im Gegenzug will Qualcomm verstärkt auf AWS-Infrastruktur setzen, etwa Amazon Bedrock, um eigene Chip-Designzyklen zu verkürzen.

Besonders aufhorchen ließ ein Detail aus einer SEC-Meldung: Qualcomm hat Amazon bereits vergangenen Donnerstag einen Warrant auf bis zu 25 Millionen eigene Aktien ausgestellt, mit Ausübungspreis von 161,26 US-Dollar und Laufzeit bis September 2036. Die Bezugsrechte werden nur unverfallbar, wenn Amazon tatsächlich Serverchips bei Qualcomm bestellt und abnimmt – bis zu einem Gesamtvolumen von 60 Milliarden US-Dollar.

Bereits 3,75 Millionen Aktien haben durch erste Kaufverpflichtungen Anspruch auf Unverfallbarkeit erlangt. Solange Amazon den Optionsschein nicht ausübt, bleibt er ohne Stimm- oder sonstige Aktionärsrechte.

Broadcom zieht mit, Analysten bleiben vorsichtig

Bemerkenswert: Auch Broadcom-Aktien legten am selben Tag spürbar zu, obwohl Qualcomm mit dem Deal eigentlich in Broadcoms angestammtes Terrain bei kundenspezifischen KI-Chips für Hyperscaler vorstößt. Das deutet darauf hin, dass der Markt der gesamten Kategorie mehr zutraut, statt eine reine Marktanteilsverschiebung zwischen den beiden Anbietern zu erwarten. Für Amazon ergänzt die Kooperation die hauseigenen Chip-Linien Trainium und Graviton, ohne diese zu ersetzen.

Trotz des Kurssprungs bleibt der Analystenkonsens verhalten. 24 erfasste Häuser stufen Qualcomm im Mittel neutral ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 201 US-Dollar, die Spanne reicht von 159 bis 400 US-Dollar.

Kritisch angemerkt wird, dass die Ankündigung weder ein konkretes Bestellvolumen noch einen Liefertermin nennt – bei einem mit dem 33-fachen Gewinn bewerteten Titel keine Nebensächlichkeit, sollte sich der erhoffte Umsatzschub im Rechenzentrumsgeschäft verzögern.

Für Qualcomm markiert der Deal einen strategisch wichtigen Moment. Das Unternehmen kämpft seit Monaten mit schwächerer Smartphone-Nachfrage und versucht, sein Geschäft über Automotive, IoT und nun eben KI-Rechenzentren breiter aufzustellen. Ob aus der Partnerschaft tatsächlich milliardenschwere Bestellungen werden, hängt von den noch ausstehenden kommerziellen Einzelvereinbarungen mit Amazon ab.

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