QuantumScape Aktie: TD Cowen senkt Ziel auf 6 Dollar
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 20:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Entwicklung von Feststoffbatterien für den Massenmarkt bleibt für QuantumScape eine finanzielle und technologische Herausforderung. Um der Abkühlung auf dem US-amerikanischen Markt für Elektroautos zu begegnen, auf dem die Verkäufe im ersten Quartal 2026 laut Medienberichten um 27 Prozent einbrachen, diversifiziert das Unternehmen nun seine Zielmärkte. Mit der Erschließung neuer Sektoren wie der Luftfahrt und KI-Rechenzentren reagiert die Unternehmensführung auf den verzögerten Hochlauf der Elektromobilität.
Finanzzahlen und angepasste Prognosen
In der Bilanz für das zweite Quartal 2026 weist QuantumScape einen Nettoverlust nach GAAP in Höhe von 98,2 Millionen US-Dollar aus. Das bereinigte EBITDA lag im selben Zeitraum bei minus 64,2 Millionen US-Dollar. Trotz dieser Verluste verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg bei den Kundenabrechnungen, die sich im zweiten Quartal auf 10,8 Millionen US-Dollar beliefen. Seit Jahresbeginn summieren sich diese Abrechnungen bereits auf 21,8 Millionen US-Dollar, womit das Niveau des gesamten Vorjahres bereits überschritten wurde.
Die Liquiditätslage des Unternehmens ist mit 859 Millionen US-Dollar zum Ende des zweiten Quartals weiterhin stabil. Um das Kapital effizienter einzusetzen, hat das Management die Prognose für die Investitionsausgaben (CapEx) im Geschäftsjahr 2026 auf eine Spanne zwischen 27 Millionen und 37 Millionen US-Dollar gesenkt. Gleichzeitig bestätigte QuantumScape die Erwartung eines bereinigten EBITDA-Verlustes für das Gesamtjahr in einer Bandbreite von 250 Millionen bis 275 Millionen US-Dollar.
Diversifizierung jenseits des Automobilsektors
Um die Abhängigkeit vom reinen Automobilmarkt zu verringern, hat QuantumScape drei neue Geschäftsbereiche etabliert. Neben dem klassischen Segment QS EV für Elektrofahrzeuge widmet sich die Sparte QSDC künftig Batterielösungen für KI-Rechenzentren. Der dritte Bereich, QSAS, zielt auf Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungssektor ab. Zur Unterstützung dieser Pläne stieß bereits im April Dr. Mark Maybury zum strategischen Beirat, der als Vizepräsident bei Lockheed Martin Erfahrung in der Kommerzialisierung von Verteidigungstechnologien mitbringt.
Auf der operativen Ebene liegt der Fokus auf der sogenannten Eagle Line. Diese automatisierte Pilotproduktionslinie soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 ihren Zellenausstoß verdoppeln. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Skalierbarkeit der QSE-5-Technologie nachzuweisen. Parallel dazu wurde die Zusammenarbeit mit der Volkswagen-Tochter PowerCo neu strukturiert. Die Vereinbarung sieht nun meilensteinbasierte Zahlungen von maximal 75,4 Millionen US-Dollar über die nächsten zwei Jahre vor. Zudem wurde im Juni eine Forschungsvereinbarung mit Honda R&D geschlossen, um die Fertigungsprozesse der Batterieplattform gemeinsam weiterzuentwickeln.
Analysten reagieren auf verzögerte Kommerzialisierung
Die Analysten von TD Cowen reagierten am 24. Juli auf die Quartalsergebnisse und die veränderten Vertragsbedingungen mit PowerCo. Das Analysehaus senkt das Kursziel für die Aktie von 8 auf 6 US-Dollar und behält die Einstufung auf „Hold“ bei. Zur Begründung verwiesen die Experten auf die Neubewertung des Zeitplans für die Kommerzialisierung sowie auf den Gegenwind im Sektor der Elektrofahrzeuge.
An der Börse zeigte der Wert am Freitag eine deutliche Erholung und legte um 10,88 Prozent auf einen Schlusskurs von 5,30 Euro zu. Trotz dieses kurzfristigen Kursanstiegs bleibt die langfristige Performance belastet. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 41,44 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 10. November 2025 bei 15,10 Euro markiert wurde, beträgt damit weiterhin deutliche 64,90 Prozent. Während das Management durch Insider-Verkäufe im Wert von über 37 Millionen US-Dollar in den vergangenen 90 Tagen für Aufmerksamkeit sorgte, bleibt der Fokus der Anleger nun auf der operativen Umsetzung der neuen Drei-Säulen-Strategie.
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