ReconAfrica Aktie: Horizontaltest ab Oktober 2026
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den ersten operativen Fortschritten am Bohrloch Kavango West 1X bereitet das Explorationsunternehmen ReconAfrica den nächsten entscheidenden Schritt zur Erschließung seiner Onshore-Vorkommen in Namibia vor.
Ab Oktober 2026 soll ein groß angelegter Horizontalproduktionstest die kommerzielle Tragfähigkeit der dortigen Gasfunde belegen. Die Aktie reagierte am heutigen Mittwoch positiv auf die Konkretisierung der Pläne und legte um 7,8 % auf 0,4475 Euro zu.
Gasfluss ohne Stimulation bestätigt Potenzial
Die Grundlage für die geplante Testphase bilden die Ergebnisse aus der Huttenberg-Formation. Medienberichten zufolge wurden dort in einer Tiefe von rund 2.700 Metern Gas und potenzielle Flüssigkeiten aus zwei Zonen identifiziert.
Besonders bedeutsam für die technische Einschätzung ist die Tatsache, dass das Erdgas ohne zusätzliche Säurestimulation an die Oberfläche floss. CEO Brian Reinsborough hob hervor, dass damit natürlich geklüftete Karbonat-Reservoire bestätigt wurden, was die Komplexität künftiger Fördermaßnahmen verringern könnte.
Innerhalb der Formation wurde eine sogenannte „Pay-Zone“ von insgesamt 76 Metern identifiziert. Der für Oktober geplante Test sieht vor, einen horizontalen Abschnitt von bis zu 1.000 Metern Länge zu bohren. Dieser soll in einer Tiefe von etwa 2.700 Metern verlaufen und präzisere Daten über die Fließraten und die Ausdehnung des Reservoirs liefern.
Bereits vor rund zwei Wochen hatte das Unternehmen über erste Erdgasförderungen bei Produktionstests berichtet, was damals jedoch zu Gewinnmitnahmen und einem Kursrücksetzer von über 20 Prozent geführt hatte.
Zeitplan und logistische Vorbereitungen
Für die Durchführung des Horizontaltests mobilisiert ReconAfrica umfangreiche technische Ressourcen. Die benötigte Spezialausrüstung, zu der unter anderem zwei Hochdruckpumpen und eine Swabbing-Unit gehören, soll bereits im September am Einsatzort eintreffen. Als zentrale Bohreinheit ist das Jarvie-1-Rig vorgesehen.
Das Unternehmen arbeitet bei den Bohrlochdiensten mit Halliburton zusammen, während H2OIL für die Operationen an der Oberfläche zuständig ist. Die Vorbereitungen sind Teil einer größeren Explorationsstrategie im Lizenzgebiet PEL 73, in dem ReconAfrica bisher insgesamt 22 Strukturen kartiert hat. Der aktuelle Fokus auf Kavango West 1X gilt als richtungsweisend für die weiteren 18 bis 20 Prospects, die in der Region identifiziert wurden.
Finanzielle Basis und regionale Partnerschaften
Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert das Papier weiterhin mit einem Abstand von 46 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die finanzielle Ausstattung für die kommenden Monate scheint jedoch gesichert. Zum Ende des zweiten Quartals 2026 verfügte ReconAfrica über einen Cash-Bestand von 24,2 Millionen US-Dollar. Zusätzliche Liquidität in Höhe von fast 5 Millionen US-Dollar floss dem Unternehmen zuletzt durch die Ausübung von Optionen zu.
Strukturell ist das Projekt in Namibia breit abgestützt. ReconAfrica hält einen Anteil von 70 % an der Lizenz PEL 73. Die Partner sind BW Energy mit einer Beteiligung von 20 % und die staatliche namibische Ölgesellschaft NAMCOR, die 10 % hält. Das gesteigerte Interesse an der Region wird auch durch Aktivitäten anderer Branchengrößen unterstrichen.
So bereitet etwa Equinor für das späte Jahr 2026 eigene Tiefwasserbohrungen in benachbarten Lizenzgebieten vor, was die wachsende Bedeutung Namibias als neue Energieprovinz unterstreicht.
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