Recordati Aktie: Isturisa und Enjaymo treiben Wachstum
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 04:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der italienische Pharmakonzern Recordati hat ein ereignisreiches erstes Halbjahr 2026 mit einem deutlichen Gewinnwachstum abgeschlossen. Während das Unternehmen operativ von seinem Fokus auf seltene Krankheiten profitiert, sorgt ein milliardenschweres Übernahmeangebot für Spannungen innerhalb der Führungsgremien. Trotz dieser internen Unstimmigkeiten bestätigte das Management seine Ziele für das Gesamtjahr.
Starkes Wachstum im Bereich seltener Krankheiten
Wie Recordati bekannt gab, stieg der konsolidierte Nettoumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 um 6,6 % auf 1.410,8 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das um 8,8 % auf 540,2 Millionen Euro kletterte. Ein wesentlicher Treiber für diese positive Entwicklung war das Segment für seltene Krankheiten. Dieses verzeichnete ein Umsatzplus von 17,1 % und steuerte insgesamt 603,9 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.
Innerhalb dieses spezialisierten Portfolios ragten zwei Produkte besonders heraus: Die Erlöse mit Isturisa steigerten sich um 58 %, während das Medikament Enjaymo ein Wachstum von 31,1 % erzielte. Angesichts dieser Zahlen hat das Unternehmen bereits im Februar die langfristigen Umsatzziele für seine wichtigsten Produkte im Bereich der seltenen Krankheiten angehoben. Der Konzern, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, hat sich seit seiner Gründung als kleine Familienapotheke im Jahr 1926 zu einem global agierenden Unternehmen entwickelt, das heute in rund 150 Ländern präsent ist.
Unstimmigkeiten im Verwaltungsrat über Milliarden-Offerte
Parallel zur operativen Stärke steht Recordati im Zentrum einer Übernahmeschlacht. Das Konsortium Respighi BidCo S.p.A., das von CVC Capital Partners und der Groupe Bruxelles Lambert (GBL) kontrolliert wird, hat ein freiwilliges Übernahmeangebot in Höhe von 10,7 Milliarden Euro für sämtliche Stammaktien vorgelegt. Laut Reuters ist die Führungsriege des Unternehmens über die Bewertung der Offerte jedoch gespalten.
Zwar stufte eine Mehrheit des Verwaltungsrats das Barangebot als "fair" ein, doch vier unabhängige Direktoren äußerten eine abweichende Meinung hinsichtlich der Bewertung. Das offizielle Angebotsdokument und die entsprechenden Annahmeformulare wurden bereits am 20. Juli veröffentlicht, nachdem die italienische Marktaufsichtsbehörde Consob die Unterlagen am 8. Juli genehmigt hatte. Diese Transaktion markiert einen Wendepunkt in der jüngeren Konzerngeschichte, nachdem die Aktionäre erst am 29. April den Jahresabschluss 2025 und eine Dividendenerhöhung um 5,5 % auf 1,34 Euro pro Aktie beschlossen hatten.
Analysten stützen positiven Trend am Markt
Die Marktteilnehmer reagierten überwiegend positiv auf die Kombination aus starken operativen Kennzahlen und der laufenden Übernahmesituation. Medienberichten zufolge liegt der Konsens der Analysten für die Aktie aktuell bei einer Kaufempfehlung. Nach der Vorlage der Halbjahresergebnisse am 28. Juli wurde ein durchschnittliches Kursziel von 59,26 Euro für die kommenden zwölf Monate ermittelt.
An der Börse spiegelte sich dieser Optimismus zuletzt deutlich wider. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 53,35 Euro. Damit weist das Papier ein Plus von 9,82 % seit Jahresbeginn auf. Aktuell notiert der Wert knapp 2,82 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 4. September des vergangenen Jahres erreicht worden war.
Für Investoren bleibt der Blick nun auf die kommenden Monate gerichtet. Die nächste planmäßige Sitzung des Verwaltungsrats ist für den 10. November terminiert. An diesem Tag sollen die Ergebnisse für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres verabschiedet werden, was weiteren Aufschluss über die Beständigkeit des Wachstumskurses geben wird.
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