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Redcare Pharmacy Aktie: 5,49 Prozent Minus nach Rekordmarge

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 03:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Redcare Pharmacy meldet beste ProfitabilitÀt seit zehn Jahren, doch die Aktie fÀllt nach gedÀmpften Juli-Prognosen. Analysten sehen weiterhin deutliches Kurspotenzial.

Redcare Pharmacy: Rekordmarge und Kursrutsch – Analysten bleiben zuversichtlich
Abstrakte Darstellung einer modernen Apotheken-Logistik in einem professionellen, klinisch sauberen Umfeld. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Redcare Pharmacy legt die beste ProfitabilitĂ€t seit zehn Jahren vor. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem Kursrutsch. Am Freitag verlor das Papier 5,49 Prozent und schloss bei 61,95 Euro. Über 30 Tage summiert sich der RĂŒckgang auf fast 11 Prozent.

Der Widerspruch wirkt zunÀchst irritierend. Wer die Details der Quartalszahlen betrachtet, findet aber schnell den Auslöser.

Zehn-Jahres-Hoch bei der Marge, aber Bremsspuren im Juli

Ende Juli meldete die Online-Apotheke einen Quartalsumsatz von 853 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Noch deutlicher fiel der Sprung beim bereinigten EBITDA aus: Es kletterte um 63 Prozent auf 29,6 Millionen Euro und ĂŒbertraf damit die Markterwartungen klar.

Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte im Quartal 3,5 Prozent. Das ist der höchste Wert seit zehn Jahren. Effizientere Marketingausgaben und operative Skaleneffekte trieben die Verbesserung. Erstmals schrieb zudem das internationale Segment außerhalb der DACH-Region schwarze Zahlen, mit einer EBITDA-Marge von 0,9 Prozent nach einem Verlust im Vorjahresquartal.

Diese Zahlen allein hĂ€tten fĂŒr Kursgewinne gesprochen. Die Verkaufswelle folgte trotzdem — und der Grund lag in den Ausblicken des Managements.

Warum Anleger die guten Zahlen ignorierten

Beim Earnings Call dĂ€mpfte das Management die Erwartungen fĂŒr Juli. Das Wachstum der Gruppe werde fĂŒr den Monat wohl unter 20 Prozent fallen. Auch das deutsche Non-Rx-GeschĂ€ft, also der Verkauf rezeptfreier Produkte, verlor an Tempo. Als GrĂŒnde nannte das Unternehmen das Wetter und einen hĂ€rteren Wettbewerb.

Hinzu kommt ein weiterer Belastungsfaktor: Der freie Cashflow blieb im Quartal mit minus 17 Millionen Euro negativ. Verantwortlich dafĂŒr waren ein vorĂŒbergehend höheres Working Capital und laufende Investitionen in die Automatisierung.

Die Kombination aus schwĂ€cherem Julitrend und der Tatsache, dass die Aktie nach der Prognoseanhebung im Juni bereits gestiegen war, dĂŒrfte die VerkĂ€ufe ausgelöst haben. Anleger nutzten die guten Zahlen offenbar, um Gewinne mitzunehmen — ein klassisches "Sell the News"-Muster.

Analysten bleiben trotz Kursrutsch optimistisch

Die Reaktion der professionellen Analysten fiel deutlich anders aus als die des Marktes. Mehrere große HĂ€user bestĂ€tigten nach dem Halbjahresbericht ihre positive EinschĂ€tzung:

  • Deutsche Bank: Kursziel 103,00 Euro
  • Warburg Research: Kursziel 116,00 Euro
  • Berenberg: Kursziel 94,00 Euro
  • UBS: Kursziel 74,00 Euro, damit der konservativste Wert

Gemessen am aktuellen Kurs von 61,95 Euro implizieren diese Ziele erhebliches AufwĂ€rtspotenzial. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass Redcare seine Jahresziele fĂŒr 2026 hĂ€lt: ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 17 Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 2,5 bis 3,0 Prozent.

Charttechnik zeigt NĂ€he zur UnterstĂŒtzung

Die Aktie notiert derzeit noch rund 8,26 Prozent ĂŒber ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 57,23 Euro. Dieses Niveau könnte als psychologische UnterstĂŒtzung dienen, sollte der AbwĂ€rtsdruck anhalten. Der 14-Tage-RSI liegt bei 43,2 — die Aktie nĂ€hert sich damit ĂŒberverkauftem Terrain, hat es aber noch nicht erreicht.

Konkrete unternehmensspezifische Termine stehen in den kommenden Wochen nicht an. Die nĂ€chsten wichtigen Anhaltspunkte fĂŒr Investoren liefern erst Investorenkonferenzen im September. Dort will das Management weitere Details zum Fortschritt der E-Rezept-Nutzung im deutschen Markt vorlegen.

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