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Renk Group Aktie: 612,8 Millionen Auftragseingang im Q2

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Renk steigert im ersten Halbjahr Auftragseingang und bereinigtes EBIT, während die Aktie trotz hoher Nachfrage deutlich unter ihrem Jahreshoch bleibt.

Renk Group meldet Rekordaufträge und bestätigt Jahresprognose
Abstrakte Darstellung von hochpräzisen industriellen Getriebekomponenten in einer modernen Fertigungsumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Renk Group hat mit ihren Zahlen zum ersten Halbjahr gezeigt, wie stark die Nachfrage nach Wehrtechnik derzeit ausfällt. Der Auftragsbestand des Münchner Antriebsspezialisten kletterte auf ein Allzeithoch von 7,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen bestätigte daraufhin seine Jahresprognose und will sogar die obere Hälfte der angepeilten Ergebnisspanne erreichen.

Zweites Quartal mit Rekord-Auftragseingang

Im zweiten Quartal verbuchte Renk einen Auftragseingang von 612,8 Millionen Euro – der höchste Wert, den das Unternehmen jemals in einem einzelnen Quartal erzielt hat. Für das gesamte erste Halbjahr summierte sich der Auftragseingang auf 1,195 Milliarden Euro, ein Plus von 29,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders die Sparte Vehicle Mobility Solutions trug dazu bei: Dort legten die Aufträge um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro zu. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, lag bei 2,3 – ein deutliches Signal dafür, dass die Nachfrage schneller wächst als die Fakturierung.

Getragen wurde dieser Zuwachs von mehreren Schlüsselaufträgen. Ein Rahmenvertrag mit Rheinmetall für das Schützenpanzerprogramm KF41 Lynx brachte rund 270 Millionen Euro ein, hinzu kommen Optionen im Volumen von 63 Millionen Euro.

Aus den USA kam ein weiterer wichtiger Impuls: Für das Getriebeprogramm HMPT 800 im Rahmen der fünfjährigen THOR-IV-Vereinbarung mit der US Army erkannte Renk im zweiten Quartal eine Mindestsumme von 121 Millionen Euro an.

Umsatz und Marge legen zu

Beim Umsatz kam Renk im ersten Halbjahr auf 637,2 Millionen Euro, ein moderates Plus von 2,7 Prozent. Deutlich stärker fiel die Ergebnisentwicklung aus: Das bereinigte EBIT stieg um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich um 100 Basispunkte auf 15,4 Prozent.

Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen an seiner Prognose fest – ein Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro, wobei das Management ausdrücklich die obere Hälfte dieser Spanne anstrebt.

Diese Zahlen fügen sich in ein Bild, das seit Monaten Analysten und Investoren beschäftigt: die Frage, wie tragfähig die Wachstumsstory von Renk über den aktuellen Rüstungsboom hinaus ist. Der Auftragsbestand von 7,4 Milliarden Euro entspricht mehr als dem Vierfachen des für 2026 angepeilten Jahresumsatzes und verschafft dem Unternehmen eine ungewöhnlich hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Kurs bleibt trotz starker Zahlen unter Druck

An der Börse hat sich die operative Stärke bislang nicht in einer nachhaltigen Kurserholung niedergeschlagen. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 48,17 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn 11 Prozent im Minus.

Zum 200-Tage-Durchschnitt von 52,31 Euro beträgt der Abstand knapp 7,9 Prozent nach unten – ein Hinweis darauf, dass der mittelfristige Trend trotz der operativen Fortschritte angeschlagen bleibt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 90,20 Euro, das Anfang Oktober markiert wurde, ist die Aktie damit fast um die Hälfte entfernt.

Vor gut einer Woche hatte JPMorgan-Analyst David Perry das Kursziel von 75 Euro bestätigt und Renk als attraktives Übernahmeziel im Konsolidierungsprozess der Wehrtechnikbranche eingestuft. Für Anleger bleibt damit eine Spanne bestehen: operative Rekordwerte auf der einen, ein Aktienkurs deutlich unter seinen Höchstständen auf der anderen Seite.

Die anstehende Integration von David Brown Defence, deren Übernahme für das vierte Quartal geplant ist, dürfte zeigen, ob Renk das starke Auftragswachstum auch in nachhaltige Kursgewinne übersetzen kann.

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