Replimune, Aktie

Replimune Aktie: Sammelklage wirft RP1-Angaben vor

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Melanom-Medikament ist in den USA verfügbar; zugleich wurde eine Sammelklage wegen mutmaßlicher Angaben zu RP1 eingereicht.

Replimune startet TUDRIQEV-Vertrieb in den USA trotz Sammelklage
Abstrakte Darstellung eines biotechnologischen Labors mit medizinischen Geräten in einer klinischen Atmosphäre Illustration mit AI erstellt.

Replimune hat die kommerzielle Verfügbarkeit seines Medikaments TUDRIQEV in den USA bekannt gegeben. Die Markteinführung erfolgte am Donnerstag, womit medizinische Versorger das Präparat für Patienten anfordern können. Eine Auslieferung kann dabei bereits am folgenden Tag erfolgen.

Trotz dieser operativen Nachricht gab die Aktie von Replimune am Freitag um 2,9 Prozent nach und ging bei einem Schlusskurs von 11,62 Euro aus dem Handel. Das Unternehmen ordnete diese Kursbewegung nicht dem Verkaufsstart zu. Auch am Markt ließ sich der Kursrückgang keinem konkreten Einzelereignis zuschreiben.

Einsatzgebiet und regulatorischer Hintergrund

TUDRIQEV wird in Kombination mit Nivolumab eingesetzt. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patienten mit einem inoperablen, fortgeschrittenen kutanen Melanom, bei denen die Erkrankung nach einer vorhergehenden Behandlung mit einem PD-1-blockierenden Antikörper-Regime weiter fortgeschritten ist. Für diese Indikation hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA dem Präparat bereits Anfang August eine beschleunigte Zulassung erteilt.

Die Markteinführung folgt auf vorangegangene strategische Schritte des Unternehmens. Vor rund einem Monat stellte Replimune seine Kommerzialisierungspläne vor, woraufhin die Aktie seither um 2,1 Prozent zulegte. Vor gut drei Wochen verzeichnete das Papier ein Bewertungsaufgeld mit einem Plus von seither 4,2 Prozent. Auf Basis der jüngsten Notierungen beziffert sich die Marktkapitalisierung von Replimune auf 1,09 Milliarden Euro.

Sammelklage wegen Angaben zu RP1

Parallel zum Vertriebsstart sieht sich Replimune juristischen Auseinandersetzungen gegenüber. Medienberichten zufolge wurde eine Wertpapiersammelklage gegen das Unternehmen sowie gegen bestimmte leitende Führungskräfte eingereicht.

Die Klage stützt sich auf Vorwürfe über mutmaßlich irreführende Angaben im Zusammenhang mit dem biologischen Zulassungsantrag für den Produktkandidaten RP1. Bei diesen Anschuldigungen handelt es sich um Parteibehauptungen und nicht um gerichtlich festgestellte Tatsachen.

Bereits zuvor war im Rahmen der rechtlichen Begleitung die Frist zur Benennung eines Hauptklägers für die Sammelklage gegen Replimune Gegenstand der Berichterstattung. Zwar fielen das Bekanntwerden der Klage und der Verkaufsstart von TUDRIQEV zeitlich nah zusammen, ein gesicherter Zusammenhang mit den Kursverlusten des letzten Handelstages wurde am Markt jedoch nicht festgestellt.

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