Republic Services hebt Gewinnausblick an
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 19:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Entsorgungskonzern Republic Services gleicht rückläufige Abfallmengen durch gezielte Preisanhebungen aus. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 4,6 Prozent, wobei Preiserhöhungen von 5,3 Prozent den Mengenrückgang von 1,6 Prozent überkompensierten. Akquisitionen steuerten weitere 1,1 Prozent zum Erlös bei.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichte im Quartal 1,42 Milliarden US-Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 32,1 Prozent. Zugleich verbesserte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 1,84 US-Dollar nach 1,75 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Angehobener Gewinnausblick und höhere Ausschüttung
Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management ein bereinigtes Ergebnis je Aktie in der Spanne von 7,23 bis 7,28 US-Dollar an. Neben der operativen Ertragskraft stützt ein stabiler Mittelzufluss die Bilanz. In der ersten Jahreshälfte erwirtschaftete der Konzern einen operativen Cashflow von 2,38 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten freien Cashflow von 1,58 Milliarden US-Dollar.
Von dieser Entwicklung profitieren auch die Anteilseigner über eine Anhebung der regulären Quartalsausschüttung. Die Dividende steigt um 4,5 Cent auf 0,670 US-Dollar je Aktie. Als Stichtag für die Eintragung im Aktienregister ist der 2. Oktober vorgesehen, die Auszahlung folgt am 15. Oktober.
Die solide Cash-Generierung verschafft dem Entsorger zusätzlichen Spielraum bei Zukäufen. Aktuell beziffert das Unternehmen seine geplante Akquisitionspipeline auf rund eine Milliarde US-Dollar.
Gegenwind im Recycling und operative Reibungen
Nicht alle Sparten verzeichnen uneingeschränkten Rückenwind. Das Recyclinggeschäft leidet unter nachgebenden Marktpreisen, wo die durchschnittlichen Erlöse um 13 US-Dollar auf 136 US-Dollar je Tonne sanken. Die schwächere Preisdynamik bei Sekundärrohstoffen dämpft die Margenbeiträge der Aufbereitungsanlagen.
Zudem gab es zuletzt regionale Beschwerden über die Dienstleistungsqualität. Am Freitag reichte der Abgeordnete David McCormick in West Virginia eine formale Beschwerde bei der zuständigen Public Service Commission ein. Hintergrund sind Serviceunterbrechungen bei der Müllabfuhr im Gebiet Cheat Lake, bei denen es zu Ausfällen gekommen war.
Bewertung und charttechnisches Bild
An den europäischen Handelsplätzen notiert das Papier des Entsorgungsdienstleisters derzeit bei 189,00 Euro. Damit liegt der Titel rund 6,4 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 201,90 Euro, das Anfang März markiert worden war. Seit dem Jahreswechsel summiert sich das Kursplus auf 4,1 Prozent.
Das Geschäftsmodell beweist in einem Umfeld allgemeiner Kostensteigerungen Widerstandskraft. Die Fähigkeit, Tarife oberhalb des Mengenrückgangs durchzusetzen, bleibt der zentrale Pfeiler für die Erreichung der Jahresziele. Ob die geplante Akquisitionspipeline das Mengenwachstum wieder ankurbeln kann, wird der weitere Jahresverlauf zeigen.
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