Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: 500 Millionen für 149 Rettungsstationen

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 21:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall stockt Bundeswehrauftrag für mobile Rettungsstationen um 149 Systeme auf. Das Programmvolumen steigt auf über 600 Millionen Euro.

Rheinmetall erhält Großauftrag für 149 mobile Rettungsstationen der Bundeswehr
Moderne, sterile medizinische Logistikeinrichtung, die großflächige humanitäre Hilfe und industrielle Kapazität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rheinmetall hat am heutigen Montag die Aufstockung eines Bundeswehrauftrags für mobile Rettungsstationen bekanntgegeben. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) bestellte 149 zusätzliche Systeme des Typs MSE mit einem Bruttowert von über 500 Millionen Euro. Damit steigt das Gesamtvolumen des Programms auf 165 Systeme im Wert von mehr als 600 Millionen Euro. Der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Die Meldung reiht sich in eine Serie von Aufträgen ein, die Rheinmetall in den vergangenen Tagen bekanntgegeben hat. Bereits am Freitag hatten die dänischen Streitkräfte einen Auftrag zur Lieferung des Täuschkörpersystems MASS für Fregatten der ABSALON- und IVER-HUITFELDT-Klasse erteilt. Zusätzlich schlossen beide Seiten einen Rahmen-Versorgungsvertrag mit einer Laufzeit von 21 Jahren ab, der Auftragswert liegt im zweistelligen Millionenbereich.

Breite Auftragsbasis über mehrere Geschäftsfelder

Die Kombination aus Sanitätsausrüstung und Marinetechnik zeigt, wie breit Rheinmetall sein Auftragsportfolio derzeit ausbaut. Neben klassischen Landsystemen gewinnt das Unternehmen zunehmend Aufträge im maritimen Bereich sowie bei Unterstützungssystemen abseits der reinen Waffentechnik.

Auch international expandiert der Konzern: Die US Army erteilte American Rheinmetall in Kooperation mit Harbinger einen 18-monatigen Entwicklungsauftrag für autonome unbemannte Bodenfahrzeuge im Rahmen des sogenannten "Project Sustainment".

Diese Diversifizierung dürfte Anleger beruhigen, nachdem der Konzern erst am vergangenen Donnerstag mit dem Halbjahresbericht für Diskussionen gesorgt hatte.

Die dort verkündete Senkung der Umsatzprognose infolge der verlorenen Fregatten-Ausschreibung F126 an den Wettbewerber TKMS hatte kurzfristig für Verunsicherung gesorgt. Die neuen Aufträge aus Deutschland und Dänemark signalisieren nun, dass andere Geschäftsbereiche den Ausfall zumindest teilweise kompensieren können.

Kursreaktion und Ausblick

Die Aktie notiert aktuell bei 1.221,00 Euro und damit 1,2 Prozent im Plus gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier um 25 Prozent zugelegt – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt die operative Entwicklung insgesamt positiver bewertet als noch vor einem Monat, trotz der gesenkten Jahresprognose.

Entscheidend für die weitere Kursentwicklung dürfte der Dezember werden: Dann fallen signifikante Zahlungen aus dem Arminius-Programm an, von denen laut einer Analyse vom 7. August auch die Erreichung der Cash-Conversion-Ziele für das Gesamtjahr maßgeblich abhängt.

Der operative Cashflow lag im ersten Halbjahr bei minus 1,6 Milliarden Euro – eine Belastung, die durch die erwarteten Zahlungen aus Rumänien und dem Arminius-Programm noch aufgeholt werden soll.

Die aktuellen Aufträge aus dem Sanitäts- und Marinebereich liefern zwar keine kurzfristige Entlastung für den Cashflow, festigen aber die langfristige Auftragsbasis des Konzerns. Mit einem Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro zum Ende des zweiten Quartals bleibt Rheinmetall auch nach der gesenkten Prognose einer der auftragsstärksten Rüstungskonzerne Europas.

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