Rheinmetall Aktie: 80,5 Milliarden Euro Auftragsrekord
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 22:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deRheinmetall-Anleger blicken wieder nach vorn. Der RĂŒstungskonzern schloss am Freitag bei 1.207,00 Euro. Das sind 2,7 Prozent mehr als am Vortag und 5,4 Prozent mehr als vor einer Woche.
Damit macht die Aktie einen Teil der Verluste wett, die seit dem 6. August entstanden waren. Auslöser war eine gesenkte Umsatzprognose. Jetzt rĂŒcken offenbar die Quartalszahlen wieder in den Vordergrund.
Zahlen ĂŒberzeugen trotz Prognosesenkung
Die GeschĂ€ftszahlen aus dem zweiten Quartal sind der eigentliche Grund fĂŒr die Erholung. Der Umsatz sprang um fast 70 Prozent. Der operative Gewinn legte um 115 Prozent zu.
Der Auftragsbestand erreichte mit 80,5 Milliarden Euro einen Rekordwert.
Auf Monatssicht steht Rheinmetall nun 25 Prozent im Plus. Das zeigt: Die Kehrtwende der vergangenen Tage fÀllt deutlich aus. Seit Jahresbeginn bleibt dennoch ein Minus von 22 Prozent stehen.
Gestrichenes Fregattenprogramm belastet Ausblick
Der Kursdruck der vergangenen Wochen hat einen klaren Auslöser. Die deutsche Regierung strich das Fregattenprogramm F126. Rheinmetall galt fĂŒr den Auftrag als aussichtsreichster Kandidat.
Das Unternehmen senkte daraufhin am 6. August seine Umsatzprognose fĂŒr 2026. Statt 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro erwartet Rheinmetall nun 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro. Der Einschnitt in der Marinesparte betrĂ€gt 300 Millionen Euro.
Der Cashflow im ersten Halbjahr fiel auf minus 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen begrĂŒndet das mit verschobenen Anzahlungen und einem höheren Lagerbestand. CEO Armin Papperger verteidigte diese Strategie: Ohne die BestĂ€nde im Lager sei das geplante Wachstum nicht möglich. Der Aufbau unterstĂŒtze kĂŒnftige Lieferungen und hĂ€nge mit Anzahlungen aus GroĂauftrĂ€gen zusammen.
Analysten setzen weiter auf Wachstum
Mehrere Analysten stĂŒtzten die Erholung zuletzt mit positiven EinschĂ€tzungen. RBC Capital Markets nahm die Coverage neu auf, vergab ein "Outperform"-Rating und setzte das Kursziel bei 1.600 Euro an. Die BegrĂŒndung: Das langfristige Wachstumspotenzial von Rheinmetall werde am Markt deutlich unterschĂ€tzt. Auch Warburg Research bekrĂ€ftigte seine Kaufempfehlung.
Der gesamte RĂŒstungssektor stand zuletzt allerdings unter Druck. Rheinmetall-Aktien lagen vor der Erholung am Donnerstag im Minus, trotz eines Kursplus von ĂŒber 1.000 Prozent in den vergangenen fĂŒnf Jahren. Ein Ă€hnliches Muster zeigte sich bei europĂ€ischen Wettbewerbern wie BAE Systems, Saab und Thales.
Zum bisherigen Jahreshoch von 2.007,00 Euro fehlen der Aktie weiterhin rund 40 Prozent. Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob die Erholung trĂ€gt â oder ob die gesenkte Jahresprognose und die belastete Marinesparte den Kurs erneut unter Druck setzen.
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