Rheinmetall Aktie: ATACMS-Produktion verzögert sich
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall hat gegenüber Reuters eingeräumt, dass der Aufbau der geplanten ATACMS-Raketenproduktion gemeinsam mit Lockheed Martin länger dauert als ursprünglich vorgesehen. Der Konzern bezifferte seinen eigenen Anteil an dem Auftrag auf 12,4 Milliarden Euro. Inklusive des Partners KNDS soll das Gesamtvolumen des Programms rund 25 Milliarden Euro erreichen.
Die Meldung reiht sich in eine Serie von Nachrichten ein, die das Wachstumstempo des Düsseldorfer Rüstungskonzerns zuletzt gebremst haben. Bereits Anfang des Monats hatte Rheinmetall seine Umsatzprognose für das laufende Jahr auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt, nachdem die deutsche Bundesregierung die Beschaffung der F126-Fregatten gestrichen hatte.
Reuters berichtete, die daraus resultierende Kürzung belaufe sich auf 300 Millionen Euro. Die operative Marge von rund 19 Prozent bestätigte das Unternehmen dennoch.
Auftragsbestand bleibt Stütze
Trotz der Verzögerung beim ATACMS-Programm und der gestrichenen Fregattenbestellung liefert das Zahlenwerk des ersten Halbjahres Argumente für die Wachstumsgeschichte. Der Konzernumsatz kletterte um 39 Prozent auf 5,227 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro zu. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni einen Wert von 80,5 Milliarden Euro, im Halbjahr kamen Nominierungen von 16,2 Milliarden Euro hinzu.
Auf der anderen Seite belastete der operative Cashflow das Bild: Im zweiten Quartal lag er bei minus 1,331 Milliarden Euro, für das gesamte erste Halbjahr bei minus 1,616 Milliarden Euro. Ein derart hoher Mittelabfluss ist bei einem Rüstungskonzern mit langen Produktionszyklen und Vorleistungen keine Seltenheit, verdient aber angesichts der parallel gesenkten Umsatzprognose besondere Beachtung von Anlegern.
Analysten passen Modelle an
Jefferies reagierte am 14. August auf die Halbjahreszahlen und hob das Kursziel für Rheinmetall von 1300 auf 1350 Euro an. Die Einstufung Buy bestätigte das Analysehaus, begründete den Schritt mit der Anpassung der eigenen Modelle an die Ergebnisse des zweiten Quartals.
Kursreaktion fällt verhalten aus
An der Börse hat sich die Aktie von den Nachrichten der vergangenen Wochen bislang wenig beeindrucken lassen. Der Titel schloss am Montag bei 1.217,00 Euro und liegt damit rund 11 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine seit einigen Wochen anhaltende Erholungsbewegung hindeutet.
Zum bisherigen Jahreshoch von 2.007,00 Euro, erreicht Anfang Oktober vergangenen Jahres, fehlen der Aktie dennoch rund 39 Prozent. Seit Jahresbeginn steht unterm Strich ein Minus von 22 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die zuletzt gestrichenen Aufträge und die verzögerte ATACMS-Produktion die Bewertung spürbar gedämpft haben, auch wenn operatives Wachstum und Auftragsbestand strukturell intakt bleiben.
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