Rheinmetall, Aktie

Rheinmetall Aktie: MEKO-A-200-Zulieferrolle in Sicht

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 20:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rheinmetall könnte als Zulieferer für MEKO A-200 Fregatten einspringen und damit den F126-Verlust teilweise kompensieren. Der Aktienkurs hat sich bereits erholt.

Rheinmetall: Überraschende Marine-Kooperation mit Thyssenkrupp eröffnet neue Chancen
Moderne maritime Verteidigungstechnik mit metallischen Oberflächen bei atmosphärischem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rheinmetall rückt bei der Marine wieder ins Spiel – über eine unerwartete Kooperation statt über eigene Großaufträge. Thyssenkrupp Marine Systems signalisierte heute Bereitschaft, die Rheinmetall-Sparte Naval Systems als Zulieferer für das zweite Baulos der MEKO A-200 Fregatten der Deutschen Marine einzubinden. Konzernchef Oliver Burkhard äußerte sich entsprechend, wie Medienberichten zufolge bekannt wurde.

Die Nachricht fällt in eine Phase, in der Anleger die Marine-Ambitionen von Rheinmetall genau beobachten. Erst im Juni hatte das Bundesverteidigungsministerium das milliardenschwere Fregattenprojekt F126 final gestoppt – ein Rückschlag, der die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr um 300 Millionen Euro auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro drückte, wie der Konzern bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Donnerstag vergangener Woche einräumte.

Eine mögliche Zulieferrolle bei MEKO A-200 würde diese Lücke zumindest teilweise kompensieren und zeigt, dass die Naval-Sparte trotz des F126-Rückschlags im deutschen Marinegeschäft gefragt bleibt.

Auftragslage bleibt robust

Dass Rheinmetall trotz des Umsatzdämpfers operativ auf Kurs bleibt, zeigen weitere laufende Geschäfte. Ende Juli erhielt der Konzern den Zuschlag für die Modernisierung der Fregatte „Bayern“ vom Typ F123, ein Auftrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, der bis 2029 auf der konzerneigenen Neuen Jadewerft abgewickelt wird.

Auch bei Landsystemen läuft das Geschäft weiter: Die Bundeswehr rief weitere 56 Schwerlasttransporter des Typs „Elefant 2“ von Rheinmetall MAN Military Vehicles ab, zudem übernahm die Tochter die Gesamtverantwortung für das Digitalisierungsprojekt „InterRoC VII“ im Auftrag des Beschaffungsamts BAAINBw.

Der Auftragsbestand des Konzerns lag zum Halbjahr bei 80,4 Milliarden Euro, der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 69,8 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro. Die operative Jahresmarge von rund 19 Prozent wurde trotz der gekürzten Umsatzprognose bestätigt.

Konzernchef Armin Papperger, dessen Vertrag bis 2030 läuft, verwies zudem auf einen deutlichen Anstieg der Bewerbungen bei der Bundeswehr seit Jahresbeginn im Zusammenhang mit dem neuen Wehrdienstgesetz.

Kurs erholt sich von Zahlen-Schock

Die Aktie hatte am Tag der Zahlenvorlage einen Kursrückgang von 5,67 Prozent verzeichnet, belastet durch die gesenkte Umsatzprognose und Sorgen um den Cashflow. Seither hat sich das Papier deutlich erholt: Der Kurs notiert aktuell bei 1.172,60 Euro und liegt damit rund 6,9 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.096,98 Euro.

Auf Monatssicht steht ein Plus von 19 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn noch 24 Prozent im Minus liegt und rund 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro notiert.

Die mögliche Einbindung als MEKO-Zulieferer liefert kein sofortiges Umsatzsignal, unterstreicht aber, dass Rheinmetall im deutschen Marinegeschäft trotz des F126-Ausfalls Anschlussmöglichkeiten findet. Für Anleger bleibt der breite Auftragsbestand jenseits der Marine – von Landsystemen bis Munition – der tragende Pfeiler der Investmentgeschichte.

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