Rheinmetall Aktie: Papperger bekräftigt 100-Milliarden-Ziel
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 13:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat heute die Zielmarke bekräftigt, den Auftragsbestand des Konzerns 2026 auf über 100 Milliarden Euro zu steigern. Damit setzt der Düsseldorfer Rüstungskonzern trotz eines schwierigen Börsenjahres ein deutliches Signal an Anleger, dass die operative Auftragslage intakt bleibt.
Auftragsbestand als Fundament der Wachstumsstrategie
Zum Ende des zweiten Quartals lag der Auftragsbestand bereits bei über 80 Milliarden Euro. Getragen wird dieses Polster von mehreren Großprojekten: dem SAFE-Programm mit Rumänien über 5,7 Milliarden Euro für Gefechtsfahrzeuge, Flugabwehrsysteme, Munition und Marineschiffe mit Lieferungen zwischen 2028 und 2030, sowie einem Rahmenvertrag mit der Bundeswehr über bis zu 6.500 Militärlastwagen, aus dem im Mai eine vierte Tranche über gut eine Milliarde Euro abgerufen wurde. Hinzu kommt ein Loitering-Munitions-Auftrag der Bundeswehr, der zusammen mit dem rumänischen Paket Auftragsnominierungen von 11,371 Milliarden Euro im zweiten Quartal ausmachte.
Papperger erwartet zudem, dass ein mehrere Millionen Euro schwerer Boxer-Panzer-Auftrag der Bundeswehr noch bis Jahresende unterschrieben wird. Nach eigenen Worten steht dem „absolut nichts im Weg".
Parallel dazu vertieft Rheinmetall die technologische Kooperation mit Partnern: Vergangene Woche demonstrierte der Konzern gemeinsam mit Hensoldt während der Bundeswehr-Übung Timber Express in Manching, wie das Hensoldt-Passivradarsystem Twinvis erfolgreich in das Luftverteidigungssystem Skymaster integriert wurde.
Expansion über Landesgrenzen hinaus
Die Wachstumsambitionen reichen über Deutschland hinaus. Im Juli unterzeichneten Rheinmetall und Lockheed Martin eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Produktion von ATACMS-Raketen am Standort Unterlüß, mit Produktionsaufbau ab 2027 und ersten Umsatzerlösen aus dem Gemeinschaftsunternehmen ab 2028. Zusätzlich bestätigte Rheinmetall Interesse an einer Übernahme des Militär-Lkw-Geschäfts von Iveco, das derzeit zu Leonardo gehört. Gespräche mit dem neuen Leonardo-Chef Lorenzo Mariani sind nach der Sommerpause geplant.
Diese Bestellflut steht im Kontrast zur Kursentwicklung. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 28 Prozent verloren, aktuell notiert sie bei 1.124,00 Euro. Auch das im Juni gestrichene F126-Fregattenprogramm der Bundesregierung, das stattdessen an TKMS mit acht kleineren MEKO-A-200-Fregatten ging, belastete die Stimmung im Sektor.
Insider kaufen trotz Kursrückgang
Bemerkenswert ist das Verhalten der eigenen Führungsebene: In den vergangenen 90 Tagen kauften Insider Rheinmetall-Aktien im Gesamtwert von rund 17,4 Millionen Euro – und das trotz eines Kursrückgangs von gut einem Fünftel in diesem Zeitraum. Fünf Insider, darunter Führungskräfte, stockten ihre Bestände auf.
Diese Käufe fallen in eine Phase, in der die operative Auftragslage laut Unternehmensangaben so stark ist wie nie zuvor in der 137-jährigen Firmengeschichte – ein Widerspruch, den Anleger als Vertrauenssignal in die mittelfristige Wachstumsstrategie des Konzerns werten dürften, auch wenn der Aktienkurs davon bislang nicht profitiert hat.
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