Rheinmetall Aktie: Zwei AuftrĂ€ge fĂŒr RCH 155 und US-Tochter
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 21:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rheinmetall meldete am Freitag gleich zwei neue RĂŒstungsauftrĂ€ge. In GroĂbritannien liefert der Konzern Waffenanlagen fĂŒr Radhaubitzen, in den USA baut die Tochter American Rheinmetall ihr GeschĂ€ft mit autonomen MilitĂ€rfahrzeugen aus. Die Nachrichten reihen sich in eine Serie von Auftragsmeldungen der vergangenen Wochen ein und stĂŒtzten die Aktie im frĂŒhen Handel, ehe die Gewinne im Tagesverlauf wieder abschmolzen.
GroĂbritannien bestellt Waffenanlagen fĂŒr RCH 155
Kern des britischen Auftrags sind 72 komplette Waffenanlagen des Kalibers 155 Millimeter L/52 fĂŒr die Radhaubitze RCH 155. GroĂbritannien hatte die 72 Systeme bereits im Mai bestellt, nun folgt der konkrete Fertigungsauftrag fĂŒr die Waffenanlagen selbst. Der Wert bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Produziert wird in einer neuen GeschĂŒtzfertigung im britischen Telford, die Lieferungen sollen laut einem Bericht von Army Recognition von Mai 2028 bis Juni 2031 erfolgen und rund 500 ArbeitsplĂ€tze schaffen. Die RCH 155 basiert auf dem Radpanzer GTK Boxer und der Panzerhaubitze 2000 und soll im Feuern-und-Bewegen-Modus einsetzbar sein, sie ersetzt in der britischen Armee die betagte Haubitze AS90. Gebaut wird das System vom Gemeinschaftsunternehmen ARTEC, an dem Rheinmetall gemeinsam mit KNDS beteiligt ist.
American Rheinmetall baut autonome Logistik aus
Parallel dazu meldete die US-Tochter American Rheinmetall einen 18-monatigen Auftrag der US-Armee fĂŒr das sogenannte âProject Sustainmentâ. Das Unternehmen tritt darin als Hauptauftragnehmer fĂŒr hybrid angetriebene, autonome unbemannte Bodenfahrzeuge auf, die Nachschubmissionen auf Kompanieebene ĂŒbernehmen sollen â gedacht fĂŒr den Einsatz auf umkĂ€mpftem GelĂ€nde, wo Versorgungsfahrten fĂŒr Soldaten besonders riskant sind. American Rheinmetall arbeitet dabei in einem Konsortium mit Harbinger, Forterra und Primordial Labs, deren Anura-Schnittstelle unter anderem eine Sprachsteuerung der Fahrzeuge ermöglichen soll. Der Auftrag sieht Optionen auf FolgeauftrĂ€ge vor. Jim Schirmer, Vice President Sales & Marketing bei American Rheinmetall, erklĂ€rte laut Unternehmensmitteilung, der Auftrag erweitere das Portfolio des Unternehmens im Bereich unbemannter Bodensysteme.
Kurs reagiert verhalten auf die Nachrichtenflut
An der Börse sorgten die Meldungen zunĂ€chst fĂŒr Auftrieb: Die Aktie kletterte im Tagesverlauf zeitweise auf ĂŒber 1.170 Euro, bevor sie die Gewinne wieder abgab. Aktuell notiert das Papier bei 1.138,20 Euro und verliert damit 0,51 Prozent gegenĂŒber dem Vortag. Ăber die vergangenen sieben Handelstage hat die Aktie dennoch gut 10 Prozent zugelegt â ein Zeichen dafĂŒr, dass sich die jĂŒngste Erholung nach den vorangegangenen Kursverlusten fortsetzt. Das deckt sich mit einer EinschĂ€tzung des AktionĂ€r, wonach Rheinmetall nach zuletzt ĂŒberzeugenden GeschĂ€ftszahlen und weiteren GroĂauftrĂ€gen ihren AbwĂ€rtstrend verlassen habe und Analysten den RĂŒstungskonzern positiv beurteilten.
Die beiden AuftrĂ€ge vom Freitag sind fĂŒr sich genommen finanziell nicht groĂ genug, um die Bilanz des Konzerns spĂŒrbar zu verĂ€ndern â der britische Deal bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, zum Wert des US-Auftrags liegen keine Angaben vor. Ihre Bedeutung liegt vielmehr in der Breite: Rheinmetall festigt mit der RCH-155-Fertigung seine Rolle als europĂ€ischer RĂŒstungslieferant fĂŒr ein NATO-Partnerland, wĂ€hrend American Rheinmetall mit dem Logistik-Auftrag ein zusĂ€tzliches Standbein im wachsenden US-Markt fĂŒr unbemannte MilitĂ€rtechnik ausbaut. FĂŒr Anleger bleibt entscheidend, ob sich solche EinzelauftrĂ€ge in den kommenden Quartalszahlen im Auftragsbestand und in der Umsatzentwicklung niederschlagen.
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