Rigetti Aktie: David Rivas wird Chief Operating Officer
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rigetti Computing richtet seine Führungsstruktur grundlegend neu aus, um den Übergang von der reinen Forschung hin zu einem kommerziell orientierten Unternehmen zu forcieren. Das Quantencomputing-Unternehmen gab bekannt, dass David Rivas mit Wirkung zum 18. August die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer übernommen hat.
Gleichzeitig wurde Andrew Bestwick zum Chief Technology Officer ernannt. Ziel dieser Umstrukturierung ist es, die Fertigungskapazitäten und den Vertrieb der Quantensysteme unter einer einheitlichen Leitung zu bündeln.
Fokus auf operative Umsetzung und Technik
Die Ernennung von Rivas zum Chief Operating Officer markiert einen strategischen Wendepunkt. Er verantwortet künftig eine dedizierte Organisation für die Systemauslieferung, die sich auf die Herstellung, die kommerziellen Funktionen und das kundenorientierte Engineering konzentriert.
Während Rivas das operative Geschäft leitet, übernimmt Bestwick die Verantwortung für die Architektur der Quantenprozessoren sowie die Chip-Entwicklung und das Hardware-Engineering.
Durch diese Trennung will das Unternehmen die Entwicklung neuer Technologien von der Markteinführung bestehender Systeme entkoppeln. Bestwick wird sich dabei darauf konzentrieren, die technische Leistungsfähigkeit der Prozessoren in den kommenden Jahren weiter zu steigern.
An der Börse wird die Entwicklung am heutigen Donnerstag positiv aufgenommen. Das Papier notiert aktuell bei 14,06 Euro, was einem Zuwachs von 2,1 % im Vergleich zum gestrigen Schlusskurs entspricht. Dennoch spiegelt der Kursverlauf die Herausforderungen des Sektors im bisherigen Jahresverlauf wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein Minus von 27 %.
Wachsende Nachfrage nach Quanten-Hardware
Die personellen Veränderungen folgen auf die Vorlage der Finanzergebnisse für das zweite Quartal. Rigetti konnte Anfang August einen Gesamtumsatz von 5,1 Millionen US-Dollar melden. Laut Unternehmensangaben stieg dabei die Nachfrage nach den sogenannten Novera-Systemen deutlich an.
Ein wesentlicher Erfolg sei die Verschiebung des Kundenstamms hin zu kommerziellen Auftraggebern in den USA, was die Abhängigkeit von staatlichen Fördergeldern verringere. Die Novera-Systeme ermöglichen es Kunden, Quanten-Hardware direkt in ihre eigenen Rechenzentren zu integrieren, statt lediglich über Cloud-Schnittstellen darauf zuzugreifen.
Dennoch bleibt die finanzielle Belastung für das Unternehmen hoch, da die Forschung und Entwicklung massives Kapital binden. Für das abgelaufene Quartal wies Rigetti einen Nettoverlust nach GAAP-Standards von 52,6 Millionen US-Dollar aus.
Eine Absichtserklärung des US-Handelsministeriums über Fördergelder in Höhe von bis zu 100 Millionen US-Dollar aus dem Mai bietet hierbei eine langfristige Perspektive, ist jedoch mit einer möglichen staatlichen Kapitalbeteiligung verknüpft.
Strategische Meilensteine und personelle Wechsel
Neben der Führungsebene steht Rigetti auch vor Veränderungen im Verwaltungsrat. Wie aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, wird Board-Mitglied Ray O. Johnson sein Amt morgen, am 28. August, niederlegen.
Parallel dazu gab es eine kleinere Aktientransaktion durch den neuen Chief Operating Officer: David Rivas veräußerte am Donnerstag der vergangenen Woche über 9.000 Stammaktien. Medienberichten zufolge handelte es sich dabei um eine Transaktion zur Begleichung von Steuerverpflichtungen, die durch das Erreichen bestimmter Aktienoptionen ausgelöst wurde.
Für die kommenden Monate plant Rigetti weitere operative Fortschritte bei der Integration seiner Hardware in bestehende IT-Infrastrukturen. Am Dienstag, dem 1. September, soll der Bau des Projekts TangleLab beginnen. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit Hewlett Packard Enterprise und dem Pittsburgh Supercomputing Center.
Ziel ist es, Rigetti-Hardware in eine hybride Supercomputing-Testumgebung zu integrieren. Der operative Betrieb dieses Systems wird für den Zeitraum zwischen dem nächsten Jahr und 2027 angestrebt.
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