Rigetti, Aktie

Rigetti Aktie: Umsatz springt um 185 Prozent

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rigetti steigert Umsatz um 185 Prozent, investiert aber weiter in Forschung. Neue Kooperationen und Fördermittel sollen die technologische Roadmap bis 2026 absichern.

Rigetti Computing: Umsatzexplosion im Q2, Fokus auf Fidelity und neue Partnerschaften
Abstrakte Darstellung moderner Quantentechnologie mit leuchtenden Glasfaserkabeln in einem High-Tech-Labor Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Quantencomputer-Spezialist Rigetti Computing hat am vergangenen Donnerstag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während das Unternehmen seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr massiv steigern konnte, belasten hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterhin das Ergebnis. Anleger blicken nun verstärkt auf die technologischen Meilensteine, die für die zweite Jahreshälfte angekündigt wurden.

Starke Wachstumsraten im zweiten Quartal

Im dreimonatigen Zeitraum bis zum 30. Juni 2026 erwirtschaftete Rigetti einen Umsatz von 5,1 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 185 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,8 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, die Bruttomarge deutlich von 31 Prozent auf 43 Prozent zu verbessern. Trotz dieser operativen Fortschritte weitete sich der operative Verlust auf 28,1 Millionen US-Dollar aus.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust nach GAAP von 52,6 Millionen US-Dollar bzw. 0,16 US-Dollar je Aktie. Der bereinigte Nettoverlust (Non-GAAP) belief sich auf 16,0 Millionen US-Dollar.

Die finanzielle Basis des Unternehmens ist derzeit solide: Zum Quartalsende verfügte Rigetti über Barmittel und Äquivalente in Höhe von 541,3 Millionen US-Dollar und wies keine Schulden aus. Die gestiegenen Kosten begründete die Firmenleitung mit dem verstärkten Ausbau der Forschungsabteilung, um die ehrgeizigen Ziele bei der Rechengenauigkeit der Systeme zu erreichen.

Technologischer Fokus auf Rechengenauigkeit

Rigetti verfolgt eine Strategie, bei der die Verbesserung der Fehlerrate (Fidelity) Vorrang vor der reinen Erhöhung der Qubit-Zahl hat. Das aktuelle Flaggschiff-System, der 108-Qubit-Prozessor Cepheus-1-108Q, erreicht derzeit eine mediane Zwei-Qubit-Fidelity von 99,1 Prozent. Das Unternehmen bekräftigte das Ziel, diesen Wert noch im laufenden Jahr 2026 auf etwa 99,5 Prozent zu steigern.

Langfristig plant Rigetti den Sprung auf Systeme mit rund 1.000 Qubits, die eine Genauigkeit von 99,9 Prozent und Gate-Geschwindigkeiten von unter 40 Nanosekunden bieten sollen. Diese Entwicklung wird durch neue Kooperationen flankiert. So wurde am Montag vergangener Woche eine Partnerschaft mit HPE und dem Pittsburgh Supercomputing Center bekannt gegeben.

Im Rahmen des Projekts „TangleLab“, das durch einen Zuschuss der National Science Foundation in Höhe von 5 Millionen US-Dollar gefördert wird, soll ein hybrides Testbett für Quantenrechner und klassische Supercomputer entstehen. Rigetti liefert hierfür ein Novera-System mit 9 Qubits, der Baubeginn ist für den 1. September geplant.

Analystenstimmen und Marktreaktion

Die Einschätzungen der Analysten zu den jüngsten Entwicklungen fallen unterschiedlich aus. Matt Bryson von Wedbush startete am Montag vergangener Woche die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 40 US-Dollar. Er betonte, dass für das Jahr 2026 die Rechengenauigkeit der entscheidende Meilenstein für Rigetti sei.

Demgegenüber zeigte sich Kevin Garrigan vom Analysehaus Jefferies am vergangenen Donnerstag zurückhaltender. Er senkte das Kursziel von 20 auf 18 US-Dollar und bestätigte seine Einschätzung mit „Hold“. Zwar bewertete er die langfristigen Fortschritte positiv, verwies jedoch darauf, dass die Umsetzung der kurzfristigen technologischen Ziele erst noch bewiesen werden müsse.

An den Märkten notiert das Papier aktuell bei 15,34 Euro, was einem Zuwachs von 0,88 % im heutigen Handel entspricht. Trotz der jüngsten Erholungstendenzen verbleibt die Aktie mit einem Abstand von 69,50 % deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das im Oktober vergangenen Jahres bei 50,30 Euro markiert wurde.

Neben den technologischen Fortschritten rückt auch die staatliche Förderung in den Fokus: Medienberichten zufolge besteht eine Absichtserklärung über bis zu 100 Millionen US-Dollar an Fördermitteln aus dem US-amerikanischen CHIPS Act, die über die nächsten drei Jahre fließen könnten.

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