Rio Tinto Aktie: Rettung für Tomago
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Australiens größter Aluminiumschmelzer bleibt am Netz. Rio Tinto hat gemeinsam mit der australischen Regierung und dem Bundesstaat New South Wales eine Vereinbarung geschlossen, die dem Werk Tomago eine langfristige Zukunft sichert. Für den Bergbaukonzern ist das mehr als nur eine Randnotiz — es geht um ein Kernstück seiner integrierten Aluminium-Lieferkette in Australien.
Milliarden für Strom und Dekarbonisierung
Herzstück der Einigung ist ein zehnjähriger Stromliefervertrag, der die Versorgung des Werks bis 2038 sichert. Ab 2033 soll der Schmelzer vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden — der laufende Stromvertrag mit AGL läuft Ende 2028 aus, die neue Regelung schließt nahtlos an. Die australische und die New-South-Wales-Regierung stellen gemeinsam ein Finanzpaket von umgerechnet rund 1,76 Milliarden Dollar bereit, das 3 Gigawatt neuer Stromerzeugungskapazität für die Anlage unterstützen soll.
Tomago selbst steuert bis 2038 real rund 1,1 Milliarden australische Dollar an Investitionen bei, davon 100 Millionen australische Dollar gezielt für Dekarbonisierungsmaßnahmen. Sobald die Anlage vollständig auf erneuerbaren Strom umgestellt ist, sinken die Scope-1- und Scope-2-Emissionen des Werks um 7,1 Millionen Tonnen jährlich.
Tomago war zuletzt unter Druck geraten. Wie viele australische Schmelzer kämpfte die im vergangenen Jahrhundert für billigen Kohlestrom gebaute Anlage mit stark gestiegenen Energiekosten im Zuge der Energiewende — ein Szenario, das ein Abschalten des Werks nicht ausschloss. Mit rund 590.000 Tonnen Jahresproduktion liefert Tomago knapp 40 Prozent der gesamten australischen Aluminiumproduktion und sichert direkt und indirekt tausende Arbeitsplätze in der Region Hunter.
Rio Tinto hält 51,55 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, die übrigen Anteile liegen bei Gove Aluminium Finance mit 36,05 Prozent und Norsk Hydro mit 12,4 Prozent. Die Einigung folgt auf eine im März 2026 geschlossene Vereinbarung für den Boyne-Schmelzer in Queensland — damit haben nun beide größten australischen Aluminiumwerke einen gesicherten Pfad zu langfristig wettbewerbsfähigem, klimafreundlichem Strom.
Für Rio Tinto zahlt die Vereinbarung auch auf das eigene Klimaziel ein: Der Konzern will seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2018 halbieren. Wie schnell erneuerbare Projekte tatsächlich ans Netz gehen, bleibt dabei ein Faktor, den der Konzern selbst nicht vollständig kontrolliert.
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