Roche, Aktie

Roche Aktie: 20 Medikamente als Ziel

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Roche meldet höhere Erfolgsquoten in Phase III und setzt verstärkt auf KI, während die Aktie nach dem Pharma Day nachgab.

Automatisches Diagnostik-Laborgerät mit Touchscreen-Oberfläche im klinischen Labor
Roche Holding AG CH0012032048 – Diagnostik-Analysegerät verarbeitet biologische Proben im modernen klinischen Labor Illustration mit AI erstellt.

Roche denkt in großen Zahlen: Bis 2030 sollen 20 neue, besonders wirkungsvolle Medikamente aus der eigenen Forschung kommen. Am "Pharma Day" in Basel bekräftigte der Konzern dieses ambitionierte Vorhaben – die Aktie reagierte darauf jedoch mit einem Rückgang von 1,58 Prozent auf 354,60 Franken. Ambition allein überzeugt die Börse offenbar nicht.

Strengere Auswahl, höhere Trefferquote

Der Konzern hat sein Forschungsportfolio in den vergangenen Jahren radikal ausgedünnt. Weniger Projekte, dafür höherer Gesamtwert – so lautet die Formel. Die Erfolgsquote für Projekte, die die entscheidende Phase III der klinischen Entwicklung erreichten, lag 2025 bei 65 Prozent und ist 2026 bislang auf über 80 Prozent gestiegen.

Parallel dazu verschiebt Roche gezielt Kapital: Rund 2 Milliarden Schweizer Franken sollen bis Ende 2026 innerhalb des Forschungsbudgets umgeschichtet werden, weg von wenig aussichtsreichen Projekten, hin zu strategisch wichtigen Programmen.

Insgesamt hat der Konzern 184 Maßnahmen zur Kostensenkung identifiziert. Die wiederkehrenden Einsparungen aus laufenden Effizienzprogrammen sollen 2026 rund 1,2 Milliarden Franken betragen, bis 2030 knapp 1,9 Milliarden Franken pro Jahr.

KI im Zentrum der Forschung

Künstliche Intelligenz spielt für Roche inzwischen eine tragende Rolle. Unter dem Namen "Lab-in-the-Loop" verzahnt der Konzern KI-Modelle und Laborexperimente durchgehend: Algorithmen liefern Vorhersagen, das Labor prüft sie, die Ergebnisse fließen zurück in die Modelle.

Nach eigenen Angaben hatte KI-gestützte Analyse zuletzt bei rund 44 Prozent der Entscheidungen in der Forschungspipeline einen dokumentierten Beitrag geleistet – erste Wirkstoffprojekte mit KI-Agenten-Unterstützung sind bereits in die Entwicklung gelangt.

Roche will sein Geschäft zudem breiter aufstellen und baut Felder wie Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen aus. Die Strategie zielt darauf, mit vorhandenen Mitteln mehr zu erreichen: schnellere Entscheidungen, kürzere Entwicklungszeiten, eine stärkere Fokussierung auf Projekte mit realer Marktchance.

Der leichte Kursrückgang am Montag zeigt: Der Markt bewertet strategische Zielmarken nüchtern, solange konkrete Medikamentenerfolge noch ausstehen. Wie viele der 20 angepeilten Produkte tatsächlich bis 2030 die Zulassung erreichen, wird sich erst in den kommenden Jahren an den klinischen Daten entscheiden.

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