Roche Aktie: Prognose trotz Wachstum nicht angehoben
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deRoche hat gestern für das dritte Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von 7% zu konstanten Wechselkursen gemeldet und den Jahresausblick bestätigt. Damit stehen neben dem laufenden Geschäft auch Fortschritte bei möglichen künftigen Medikamenten im Anlegerfokus.
Wachstum trägt den bestätigten Ausblick
In den ersten neun Monaten 2026 erreichten die Konzernverkäufe CHF 46’493 Millionen. Das entsprach einem Plus von 6% zu konstanten Wechselkursen und von 1% in CHF.
Für das Gesamtjahr hält Roche an seinen bisherigen Erwartungen fest. Die Konzernverkäufe sollen zu konstanten Wechselkursen im mittleren einstelligen Bereich wachsen. Beim Kerngewinn je Aktie erwartet das Unternehmen auf derselben Basis einen Zuwachs im hohen einstelligen Bereich. Trotz des Wachstums im jüngsten Quartal hob Roche die Prognose somit nicht an.
Die Aktie legte gestern um 1,2% zu. Der Kursgewinn begleitete einen Nachrichtentag, an dem Roche sowohl zum Geschäft als auch zur Medikamentenentwicklung Fortschritte meldete. Eine eindeutige Zuordnung der Bewegung zu einer einzelnen Meldung lässt sich daraus nicht ableiten.
Fenebrutinib erreicht nächsten Prüfungsschritt
Der Status ist ein Fortschritt im Zulassungsverfahren, aber noch keine Zulassung.
Nach Unternehmensangaben zeigten diese verringerte Marker chronischer Hirnentzündung und eine umfassendere Krankheitskontrolle gegenüber aktiven Vergleichstherapien.
Für die Einordnung sind die beiden Ebenen zu trennen: Die Studiendaten beschreiben die beobachteten Behandlungsergebnisse. Die Entscheidung der FDA betrifft dagegen den Prüfstatus des Zulassungsantrags. Zusammen unterstreichen sie die Bedeutung von Fenebrutinib für die weitere Entwicklung des Medikamentenportfolios.
Krebsmedizin liefert weitere Perspektiven
Auch in der Krebsmedizin stehen neue Ergebnisse an. Roche kündigte für das heute beginnende ESMO-Jahrestreffen Daten zu Lungen-, Brust- und weiteren Krebsarten an. Die Veranstaltung läuft bis zum 27. Oktober. Vorgesehen sind darunter zwei besonders aktuelle Konferenzbeiträge.
Parallel erweitert Roche seine Entwicklungsbasis durch eine am Montag vereinbarte Kooperation mit Hansoh Pharmaceutical Group. Gegenstand ist ein Portfolio von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Die Zusammenarbeit verbindet frühe Entwicklungsarbeit bei Hansoh mit einer späteren Übernahme durch Roche.
Laut Reuters erhält Hansoh $400 Millionen vorab und $110 Millionen zum ersten Jahrestag. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von insgesamt mehr als $15 Milliarden. Diese zusätzlichen Zahlungen sind damit nicht als bereits feststehende Belastung zu verstehen.
Hansoh führt die frühe Entwicklung bis zum Abschluss globaler Phase-Ia-Studien. Anschließend übernimmt Roche die weltweite Entwicklung und Vermarktung außerhalb Festlandchina, Hongkong, Macau und Taiwan.
Für Anleger ergibt sich daraus ein zweigeteiltes Bild: Das laufende Geschäft stützt den bestätigten Jahresausblick. Fenebrutinib, die angekündigten Krebsdaten und die Hansoh-Kooperation liefern darüber hinaus Entwicklungsperspektiven, deren wirtschaftlicher Beitrag noch von weiteren klinischen und regulatorischen Fortschritten abhängt.
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