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Rocket Lab Aktie: Weg zur Gewinnzone verschiebt sich

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 17:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Starttermin 2027 verzögert Rocket Labs Weg zu positivem EBITDA; zugleich verfügt der Konzern über 2,4 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln und Wertpapieren.
Moderne Raumfahrtanlage bei Dämmerung mit Fokus auf industrielle Architektur und technologische Ambitionen. Illustration mit AI erstellt.

Der geplante Vorstoß in das lukrative Segment mittlerer Trägerraketen zieht für Rocket Lab spürbare finanzielle Verzögerungen nach sich. Da der Neutron-Erstflug auf 2027 verschoben wurde, verschiebt sich auch der berechnete Zeitpunkt für den Sprung in die operative Gewinnzone. Für Anleger steht damit weniger der technische Fertigungsfehler an der Tankkuppel im Vordergrund, sondern die Verschiebung des gesamten Profitabilitätszeitplans.

Finanzieller Zeitplan gerät unter Druck

Die wirtschaftliche Bedeutung des neuen Trägersystems ist für den Raumfahrtkonzern erheblich. Nach früheren Aussagen von Finanzchef Adam Spice sollte ein erfolgreicher Neutron-Testflug das bereinigte EBITDA im unmittelbar folgenden Quartal erstmals in den positiven Bereich hieven.

Ein positiver freier Cashflow war für den Zeitraum von 18 bis 24 Monaten nach diesem Meilenstein avisiert worden. Diese Meilensteine wandern nun weiter in die Zukunft. Für das dritte Quartal 2026 stellte Rocket Lab zuletzt noch einen bereinigten EBITDA-Verlust zwischen 17 und 23 Millionen US-Dollar in Aussicht.

Analyst Gautam Khanna von TD Cowen bestätigte zwar seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 90 US-Dollar, sieht ein mögliches Startfenster jedoch erst im zweiten Quartal 2027 oder später.

Sollte im kommenden Jahr ein Neutron-Start weniger als bisher kalkuliert stattfinden, beziffert Khanna den möglichen Umsatzausfall für das Jahr 2027 auf rund 50 Millionen US-Dollar, begleitet von potenziell höheren Entwicklungskosten. Die Aktie notiert aktuell bei 47,05 Euro und weist damit einen Tagesverlust von 11 Prozent auf.

Großaufträge und Cash-Polster

Trotz des Rückschlags in der Entwicklung verfügt das Unternehmen über finanzielle Reserven, um die verlängerte Testphase zu überbrücken. Zum Ende des zweiten Quartals 2026 wies Rocket Lab liquide Mittel und Wertpapiere von rund 2,4 Milliarden US-Dollar aus, gestützt durch Erlöse aus einem ATM-Aktienprogramm von 1,08 Milliarden US-Dollar im selben Quartal. Das operative Geschäft der kleineren Electron-Rakete wuchs zuletzt: Im zweiten Quartal 2026 kletterte der Konzernumsatz auf 234,066 Millionen US-Dollar, während sich der Nettoverlust auf 49,258 Millionen US-Dollar verringerte.

Strategisch bleibt die rechtzeitige Zertifizierung der Neutron-Rakete unverzichtbar, um im milliardenschweren US-Verteidigungsmarkt mitbieten zu können. Beim NSSL-Lane-1-Programm der US-Streitkräfte, das eine Obergrenze von 17 Milliarden US-Dollar umfasst, ist ein erfolgreicher Neutron-Flug die formale Voraussetzung für die Vergabe konkreter Einzelaufträge.

Zudem stehen kommerzielle Vereinbarungen im Raum, darunter ein Kontrakt mit Kepler, für den ein Startpreis von 50 bis 55 Millionen US-Dollar genannt wurde. Mit einem Abstand zum 52-Wochen-Hoch von minus 65 Prozent spiegelt die Bewertung an den Märkten wider, dass Investoren vor neuen Bewertungsaufschlägen handfeste Nachweise beim Bau der ersten Raketenstufe sehen wollen.

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