Rolls-Royce, Aktie

Rolls-Royce Aktie: Bernstein erhöht Ziel auf 1.500 Pence

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 03:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rolls-Royce übertrifft Erwartungen im ersten Halbjahr und erhöht die Prognose. Zudem expandiert der Konzern in die Raumfahrt- und Verteidigungstechnik.

Rolls-Royce hebt Jahresziele an: Starkes Halbjahr und neue Reaktortechnik
Nahaufnahme einer hochmodernen Turbinenkomponente in einer industriellen Umgebung mit präziser Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce hat nach einer deutlichen Ergebnissteigerung in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres seine Ziele für das Gesamtjahr 2026 heraufgesetzt. Das Unternehmen profitierte dabei von einer robusten Nachfrage im Luftfahrtsektor und einer verbesserten operativen Effizienz. Neben den starken Finanzzahlen rücken nun auch technologische Erweiterungen in den Bereichen Verteidigung und Raumfahrt stärker in den Fokus der Konzernstrategie.

Deutliches Gewinnplus und angehobene Prognose

Wie Rolls-Royce am 30. Juli mitteilte, kletterte der bereinigte operative Gewinn im ersten Halbjahr 2026 auf 2,53 Milliarden Pfund, was einem Zuwachs von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Umsatz erreichte in diesem Zeitraum 11,28 Milliarden Pfund. Angesichts dieser Dynamik hat das Management die Prognose für das Gesamtjahr nach oben korrigiert: Der Konzern erwartet nun einen bereinigten operativen Gewinn zwischen 4,7 Milliarden und 4,9 Milliarden Pfund. Zuvor lag die Zielspanne bei 4,0 Milliarden bis 4,2 Milliarden Pfund. Auch die Erwartung für den freien Cashflow wurde auf 3,8 Milliarden bis 4,0 Milliarden Pfund angehoben.

Anleger sollen unmittelbar an der positiven Entwicklung partizipieren. Das Board kündigte eine Zwischendividende von 6,0 Pence pro Aktie an, die im September ausgezahlt werden soll. Parallel dazu setzt Rolls-Royce seine Kapitalrückführungen fort. Von dem für das Jahr 2026 geplanten Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 2,5 Milliarden Pfund wurden laut Unternehmensangaben bereits 1,4 Milliarden Pfund abgeschlossen. Für den Zeitraum von 2026 bis 2028 visiert das Unternehmen ein Rückkaufvolumen von insgesamt 7 Milliarden bis 9 Milliarden Pfund an.

Strategische Expansion in Weltraum- und Verteidigungstechnik

Über das Kerngeschäft mit zivilen Luftfahrtantrieben hinaus treibt der Konzern die Entwicklung neuer Reaktortechnologien voran. CEO Tufan Erginbilgic erläuterte am Freitag in einem Gespräch mit Medienvertretern, dass das Unternehmen neben den bereits bekannten Small Modular Reactors (SMRs) mit einer Leistung von 470 Megawatt für das Stromnetz auch kleinere Advanced Modular Reactors (AMRs) evaluiert. Diese kompakteren Einheiten sollen speziell für Anwendungen in der Weltraumverteidigung sowie für industrielle Speziallösungen konzipiert werden.

Während die größeren SMR-Modelle unter anderem für die Energieversorgung von Rechenzentren vorgesehen sind, zielt die AMR-Technologie auf eine mobile und dezentrale Energieversorgung ab. In Tschechien hat die Tochtergesellschaft Rolls-Royce SMR bereits eine Absichtserklärung mit der CEZ Group und dem tschechischen Industrieministerium unterzeichnet, um die Standortvorbereitung für den Einsatz von SMRs an zwei weiteren Standorten zu beginnen.

Analysten bewerten Wachstumsperspektiven positiv

Die jüngsten operativen Fortschritte und die angehobenen Ziele stießen bei Marktbeobachtern auf positive Resonanz. Die Analysten von Berenberg stuften die Aktie am Freitag von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhten das Kursziel von 1.270 Pence auf 1.430 Pence. Als Begründung nannten sie das vorteilhafte Alter der Triebwerksflotte und das starke Wachstum bei den Flugstunden. Bereits am 30. Juli hatte Bernstein das Kursziel von 1.150 Pence auf 1.500 Pence angehoben, wobei die Einstufung auf „Market-Perform“ belassen wurde.

An der Börse spiegelt sich die Zuversicht der Investoren ebenfalls wider. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier ein Plus von 35,84 Prozent. Die Aktie notiert damit derzeit 3,05 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 18,47 Euro. Flankiert wurde die positive Stimmung durch neue Aufträge: So unterzeichnete Philippine Airlines Ende Juli eine Absichtserklärung über 18 Trent XWB-97 Triebwerke für zusätzliche Flugzeuge des Typs Airbus A350-1000. Zudem wurde Somon Air als Kunde für Trent 1000 XE Triebwerke gewonnen. Auch die Ratingagentur S&P Global Ratings reagierte auf die verbesserte Finanzlage und hob den Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von „Stabil“ auf „Positiv“ an.

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