RWE: Nettoergebnis-Prognose auf 2,45 Milliarden
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 03:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Essener Energiekonzern RWE blickt nach einem starken ersten Halbjahr deutlich optimistischer auf das laufende und das kommende Geschäftsjahr. Am Dienstag hob das Unternehmen seine Ergebnisprognose für 2026 und 2027 signifikant an, nachdem vorläufige, ungeprüfte Geschäftszahlen die bisherigen Markterwartungen beim operativen Ergebnis und dem Nettoergebnis deutlich übertroffen hatten. Insbesondere positive Sondereffekte und eine starke Dynamik in den Kernbereichen treiben die Entwicklung voran.
Signifikante Steigerung bei EBITDA und Nettoergebnis
Die vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 unterstreichen die aktuelle Wachstumsphase des Versorgers. RWE meldete ein bereinigtes EBITDA von 3,01 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis belief sich auf 1,26 Milliarden Euro, was einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,77 Euro entspricht. Diese Resultate veranlassten den Vorstand dazu, den Ausblick für das Gesamtjahr massiv nach oben zu korrigieren.
Die neue Prognose für das Geschäftsjahr 2026 sieht nun ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne von 5,75 Milliarden Euro bis 6,35 Milliarden Euro vor. Zuvor war das Management lediglich von 5,2 Milliarden Euro bis 5,8 Milliarden Euro ausgegangen. Auch beim bereinigten Nettoergebnis wird ein deutlicher Sprung erwartet: Statt der bisher veranschlagten Werte rechnet RWE nun mit einem Ergebnis zwischen 1,95 Milliarden Euro und 2,45 Milliarden Euro.
Einmaleffekte und Beteiligungen stützen das Ergebnis
Zwei wesentliche Faktoren trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Im Segment der flexiblen Erzeugung verbuchte RWE einen Einmaleffekt durch eine staatliche Entschädigungszahlung aus den Niederlanden. Für frühere Betriebsbeschränkungen am Kraftwerk Eemshaven erhielt der Konzern eine Zahlung in Höhe von 332 Millionen Euro.
Zusätzlich wirkte sich die Erhöhung der Anteile am Übertragungsnetzbetreiber Amprion positiv aus. Am 24. Juli schloss RWE die Aufstockung der Beteiligung auf rechnerisch 55 Prozent ab. Dies führt laut Unternehmensangaben zu einer Erhöhung der Prognose im Segment „Sonstige, Konsolidierung“ um rund 150 Millionen Euro. Parallel dazu treibt der Konzern den Ausbau der Infrastruktur voran und kündigte die Errichtung eines neuen Batteriespeichers im Tagebau Hambach an. Die Anlage in Niederzier soll über eine Leistung von 236 Megawatt verfügen und 2027 in Betrieb gehen.
Dividendenversprechen und Analystenstimmen
Trotz der Investitionen in neue Kapazitäten bleibt die Aktionärsvergütung ein zentraler Pfeiler der Konzernstrategie. Am Donnerstag bekräftigte RWE das Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie für das laufende Geschäftsjahr. Das langfristige Ziel, die Ausschüttung bis zum Jahr 2031 jährlich um 10 Prozent zu steigern, wurde ebenfalls bestätigt.
Die Analysten reagierten am gestrigen Freitag und in den vergangenen Tagen wohlwollend auf die neue Nachrichtenlage. Die DZ Bank stufte das Papier nach der Prognoseanpassung auf „Kaufen“ hoch. Ahmed Farman, Analyst bei Jefferies, belässt die Aktie am Mittwoch ebenfalls auf „Buy“ mit einem Kursziel von 68,00 Euro. Er verwies dabei insbesondere auf die starke operative Dynamik im Bereich Offshore-Windkraft.
An der Börse spiegeln sich die guten Nachrichten in der Kursentwicklung wider. Die Aktie schloss am gestrigen Freitag bei 57,20 Euro. Seit Beginn des Jahres verzeichnet das Papier damit ein Plus von 26,38 Prozent. Mit dem aktuellen Niveau notiert der Wert zudem 8,84 Prozent über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, was den langfristigen Aufwärtstrend unterstreicht. Die vollständigen Zwischenberichte und endgültigen Zahlen zum ersten Halbjahr werden am 13. August veröffentlicht.
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