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S&P 500: Intel und Amazon lösen Ausverkauf aus

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 05:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon hielt an hohen Investitionen fest, während Intel einen schwachen Quartalsausblick gab; der S&P 500 verlor 1,8 Prozent.
S&P, Intel, Amazon, Ausverkauf, Investitionen, Quartalsausblick Illustration mit AI erstellt.

Enttäuschende Unternehmenszahlen und Zweifel an den hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz haben den S&P 500 gestern belastet. Laut Reuters lösten Intels schwacher Ausblick sowie Amazons Investitionspläne einen technologiegetriebenen Ausverkauf aus. Der Index schloss mit einer Tagesveränderung von -1,8%. Damit rückte die Frage nach den Erträgen der KI-Investitionen wieder ins Zentrum der Bewertung.

Amazon und Intel enttäuschen Erwartungen

Amazon meldete laut Reuters einen Umsatz von 201,94 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 1,89 Dollar. Die Ergebnisse blieben hinter den Konsenserwartungen zurück.

Für Anleger geht es dabei nicht allein um die verfehlten Erwartungen. Die hohen Investitionen lenken den Blick stärker auf den Mittelabfluss und darauf, wann sich die Ausgaben wirtschaftlich auszahlen. Damit stehen neben dem Wachstum auch dessen Finanzierung und Rentabilität im Fokus.

Der freie Cashflow von Amazon lag in den zwölf Monaten bis Ende September laut Reuters bei minus 42,4 Milliarden Dollar. Gleichzeitig hielt das Unternehmen für 2026 an seiner Investitionsprognose von ungefähr 220 Milliarden Dollar fest.

Bei Intel kam ein schwacher Geschäftsausblick hinzu. Medienberichten zufolge verwies das Unternehmen auf kurzfristige Belastungen in der PC-Branche. Damit trafen Sorgen über die Nachfrage auf die bereits angespannte Debatte über die Wirtschaftlichkeit hoher Technologieinvestitionen.

Intel erwartet für das vierte Quartal einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar.

KI-Rendite wird zum Prüfstein

Der Verkaufsdruck folgte auf eine weitere Enttäuschung im Technologiesektor. Bereits am Donnerstag hatte Alphabet laut Reuters die Umsatzerwartungen verfehlt. Zugleich verstärkte ein beschleunigter KI-bedingter Mittelabfluss die Zweifel an den Investitionsrenditen. Die Aktie belastete daraufhin den Kommunikationssektor.

Die Nachrichten von Alphabet und Amazon betreffen damit eine gemeinsame Bewertungsfrage: Hohe Ausgaben allein überzeugen Anleger nicht, wenn Ergebnisse hinter den Erwartungen zurückbleiben. Bei Intel liegt der unmittelbare Belastungsfaktor dagegen im schwächeren Umsatzausblick. Für den S&P 500 kamen beide Entwicklungen zusammen.

Auch die Geldpolitik bietet keinen eindeutigen Entlastungsimpuls. Die Federal Reserve hielt ihre Zielspanne am Mittwoch bei 3,75% bis 4,00%. Zwei Mitglieder sprachen sich stattdessen für eine Erhöhung um 25 Basispunkte aus.

Indexwechsel und Arbeitsmarkt im Blick

Neben den Unternehmensnachrichten steht eine bestätigte Änderung der Indexzusammensetzung an. Nach Angaben von S&P Dow Jones Indices ersetzt Okta vor Handelsbeginn am 04.11.2026 Kenvue im S&P 500. Hintergrund ist die Übernahme von Kenvue durch Kimberly-Clark, die weiterhin Abschlussbedingungen unterliegt.

Ein weiterer Termin ist der für den 06.11.2026 angekündigte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. Er liefert den nächsten wichtigen Datenpunkt für die geldpolitische Einordnung. Die unmittelbare Belastung des S&P 500 bleibt jedoch unternehmensgetrieben: Schwächere Erwartungen und hohe KI-Ausgaben verschärfen die Prüfung, welche Gewinne diese Investitionen tatsächlich ermöglichen.

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