S&P 500: Gesundheitswerte als KI-Alternative
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 02:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Index hĂ€lt sich am Freitag knapp ĂŒber einer wichtigen UnterstĂŒtzung, wĂ€hrend unter der OberflĂ€che eine Rotation lĂ€uft. Kapital wandert aus den KI-Favoriten in defensivere Sektoren. Vor allem der Gesundheitssektor profitiert.
Technik: UnterstĂŒtzung unter Druck
Auf dem 5-Stunden-Chart bewegt sich der S&P 500 um 7.667 Punkte, direkt ĂŒber der Zone zwischen 7.650 und 7.660. Dort liegt zugleich die Nackenlinie einer Doppeltop-Formation. Das Momentum zeigt klar nach unten: Der Kurs notiert unter den gleitenden Durchschnitten, der MACD ist deutlich negativ, und das Volumen steigt bei fallenden Kursen.
Bricht die Marke, rĂŒcken nach technischer Lesart zunĂ€chst 7.576 und danach 7.500 Punkte in den Blick. Dazwischen liegt die 50-Prozent-Retracement-Marke bei 7.611 Punkten. Der Relative-StĂ€rke-Index steht bei gut 33 und nĂ€hert sich dem ĂŒberverkauften Bereich. Das spricht eher fĂŒr eine mögliche technische Erholung als fĂŒr eine Trendwende.
FĂŒr die Bullen wird es erst oberhalb von 7.700 Punkten wieder freundlicher. Die Spanne bis 7.730 gilt als richtungsloses GelĂ€nde mit hoher Gefahr von Fehlsignalen.
Rotation in den Gesundheitssektor
Die KI-Euphorie bekommt Risse, und das zeigt sich in der Sektorverteilung. Gesundheitsaktien galten vor einem Jahr noch mit einem Abschlag von rund 25 Prozent zum Gesamtmarkt als SchnÀppchen. Dieser Abschlag ist verschwunden. Der Branchen-ETF XLV kommt auf das 19,3-Fache des erwarteten Gewinns und ist damit etwas teurer als der breite Markt.
Am Dienstag legte der Sektor im Index um rund 2,4 Prozent zu und gehörte zu den stĂ€rksten Branchen. Goldman-Sachs-Analyst Asad Haider nennt mehrere GrĂŒnde: medizinische Innovationen, Zweifel an der StabilitĂ€t anderer Branchen und nachlassende politische Risiken.
Historisch gibt es eine Parallele. In den Jahren vor der Finanzkrise 2008 hielten sich Gesundheitswerte stabil, wĂ€hrend andere Bewertungen sanken. Im Abschwung verloren sie zwar ebenfalls, schnitten aber deutlich besser ab als der Gesamtmarkt und ĂŒbertrafen den Index danach etwa ein Jahrzehnt lang.
Das Crash-Szenario
Wie viel auf dem Spiel steht, zeigt eine Szenarioanalyse von TS Lombard. Ăkonom Dario Perkins rechnet vor, dass ein Einbruch der KI-Investitionen rund 20 Billionen US-Dollar an US-Börsenwert vernichten könnte.
Der S&P 500 wĂŒrde in diesem Fall um 30 Prozent fallen. Es handelt sich um ein Gedankenspiel, nicht um eine Prognose. Es erklĂ€rt aber, warum defensive Titel wie Johnson & Johnson und Eli Lilly gefragt sind. Beide zusammen machen etwa ein Viertel des XLV aus.
Entscheidend ist kurzfristig die Zone um 7.650 Punkte. FĂ€llt sie, liegt das nĂ€chste Ziel bei 7.576 Punkten. Gelingt dagegen ein Schlusskurs ĂŒber 7.700, wĂ€re das erste Anzeichen einer Stabilisierung gesetzt.
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